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Dem Technorama fehlen 100'000 Franken

Das Bundesamt für Kultur unterstützt neuerdings 13 Museen von «nationaler Ausstrahlung» mit Betriebsbeiträgen. Fürs Technorama kein Grund zur Freude. Sein Beitrag wurde gekürzt.

Bisher bekam das Technorama jährlich 700'000 Franken vom Bundesamt für Kultur. Ab 2018 sind es nur noch 600'000 Franken.
Bisher bekam das Technorama jährlich 700'000 Franken vom Bundesamt für Kultur. Ab 2018 sind es nur noch 600'000 Franken.
Archiv, Marc Dahinden

Welche Museen Geld vom Bund bekamen, das entschieden bisher Parlament und Bund in der sogenannten Kulturbotschaft. Sieben Museen profitierten von Fördergeldern. Darunter auch das Technorama. Es bekam jährlich 700'000 Franken Fördermittel.

Per 2018 stellt das Bundesamt für Kultur (BAK) auf ein neues System um. Neu müssen sich die Museen um Unterstützung bewerben. Eine Expertenjury legt fest, wer berücksichtigt wird. 35 Institutionen haben sich im Frühling beworben, 13 wurden als unterstützenswert befunden. Heute hat das BAK die Liste veröffentlicht.

Einbussen auch für Verkehrshaus und Ballenberg

Für die Neuzugänge, wie das Aargauer Kunsthaus, das Musée de L'Elyséee in Lausanne oder das Vitromusée in Romont ist das eine erfreuliche Nachricht. Für die bisher unterstützten Institute bringt der Systemwechsel Einbussen. Ob Verkehrshaus Luzern, Freilichtmuseum Ballenberg oder Alpines Museum, überall sinken die Betriebsbeiträge aus dem 5,9-Millionen grossen Bundes-Topf.

«Das Geld müssen wir entweder sparen oder anderswo zusätzlich einnehmen.»

Thorsten D. Künnemann, Direktor Technorama

So auch beim Technorama in Winterthur. Statt 700'000 gibt es nur noch 600'000 Franken vom Bund. Bei einem Budget von zuletzt 10,2 Millionen Franken macht das einen Einschnitt von etwa einem Prozent aus. «Das klingt nach wenig, ist aber für uns eine echte Herausforderung», sagt Technorama-Direktor Thorsten D. Künnemann. «Das Geld müssen wir entweder sparen oder anderswo zusätzlich einnehmen. Eventuell werden wir auf Investitionen verzichten oder sie herauszögern müssen.»

Weniger öffentliche Gelder

Künnemann ist enttäuscht vom Entscheid des Bundesamts. «Das ist ein falsches Signal für Museen wie das Verkehrshaus oder das Technorama, die sich um die Förderung der Naturwissenschaften bemühen.» In den letzten Jahren habe das Technorama viel investiert und sei für Schulklassen und Besucher heute attraktiver denn je. Die Einnahmen aus Eintritten, aber auch aus dem Sponsoring, hätten gesteigert werden können.

«Beim Personal wollen wir nicht sparen, das ist die Ultima Ratio.»

Thorsten D. Künnemann, Direktor Technorama

Der Anteil der öffentlichen Gelder sank dagegen kontinuierlich. Betrug er 2013 noch 28 Prozent, war er letztes Jahr nur noch 24 Prozent. Jetzt dürfte er nochmals sinken. Grösster Zahler ist der Kanton mit 1,15 Millionen Franken, dahinter kommt die Stadt Winterthur mit 780'000 Franken.

Zu laut beklagen will man sich im Technorama allerdings nicht. Schliesslich zeigte sich die öffentliche Hand in letzter Zeit trotz Sparklima auch unterstützungsbereit. Die Stadt Winterthur zahlt 1,1 Millionen Franken an die Neugestaltung des Parks samt «Wunderbrücke» und der kantonale Lotteriefonds zahlt sogar 7,4 Millionen Franken.

Künnemann sagt, er werde jetzt verschiedene Sparmöglichkeiten prüfen. Eins betont er aber: «Beim Personal wollen wir nicht sparen, das ist die Ultima Ratio».

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