Grossbrand

Die Brandursache ist immer noch unklar

Vor einem Jahr brannte ein Geschäftshaus beim HB Zürich. 2021 soll es wieder aussehen wie zuvor.

Das Dach des Gebäudekomplexes am Bahnhofplatz wurde komplett zerstört (Bild vom 26. August 2018).

Das Dach des Gebäudekomplexes am Bahnhofplatz wurde komplett zerstört (Bild vom 26. August 2018). Bild: Keystone

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Meterhohe Flammen und mehrere Explosionen – in der Nacht auf Samstag, 25. August 2018, brach in einem Geschäftshaus beim Hauptbahnhof Zürich ein Feuer aus. Wegen des Grossbrands herrschte Ausnahmezustand in der Zürcher Innenstadt. Feuerwehrleute kämpften um den Gebäudekomplex, dessen Dach komplett zerstört wurde.

Zeitweise fürchtete man, das Gebäude selbst, das wegen einer Renovation leer stand, als der Brand ausbrach, könnte einstürzen. Im September musste die Strasse vor dem Gebäudekomplex während eines Sturms gesperrt werden, weil die Bausubstanz noch zu wenig stabil war. Bald darauf war aber klar: Es gibt keinen modernen Ersatz, sondern das Geschäftshaus wird originalgetreu wieder aufgebaut und die markante Fassade wieder hergestellt.

Staatsanwaltschaft schweigt

Zur Brandursache lässt sich aber auch jetzt, ein Jahr nach dem Brand, noch nichts Genaues sagen. Die Ermittlungen zur Brandursache seien weitgehend abgeschlossen, sagt Marco Cortesi von der Stadtpolizei Zürich auf Anfrage. Aber die Staatsanwaltschaft sei noch nicht bereit, sich dazu zu äussern.

Unter dem Notdach und hinter dem Baugerüst wird intensiv gearbeitet. «Alles läuft nach Plan», sagt Reto Grunder, Asset Manager bei der Immobilienfirma PSP Swiss Property, der der Gebäudekomplex aus der Belle Epoque gehört.

Aufwendig seien die Aufräumarbeiten bis Anfang dieses Jahres gewesen, sagt Grunder. Zuerst musste das ganze Material entfernt werden, das durch das Feuer, das Löschwasser und vor allem auch durch den Regen, der durch das fehlende Dach ins Gebäude drang, zerstört worden war. Dem Brand und dem Wasser zum Opfer gefallen seien denkmalgeschützte Stuckdecken, Täfer, Wandoberflächen und Decken, schreibt auf Anfrage die Denkmalpflege der Stadt Zürich, die die PSP bei der Restaurierung eng begleitet.

Treppenhaus blieb erhalten

Jetzt wird das Haus von unten nach oben rekonstruiert. «Glücklicherweise ist das Gebäude gut dokumentiert», sagt Reto Grunder. Im Innern sei zwar vieles nicht mehr brauchbar. Auch weil eine Betondecke durch fast alle Böden bis ins Erdgeschoss gestürzt sei. Deshalb werden laut Denkmalpflege zwar die Decken im Innern wieder in ihrer ursprünglichen Lage erstellt, auf die Rekonstruktion der verlorenen Innenausstattung verzichtet man aber.

Noch erhalten sind die strassen- und hofseitigen Fassaden sowie teilweise ein Treppenhaus. Wegen der städtebaulichen Bedeutung der Gebäude am Bahnhofquai 9, 11, 15 und Bahnhofplatz 1 liegt der Fokus laut Denkmalpflege auf dem äusseren Erscheinungsbild. Damit dieses intakt bleibt, wird das verbrannte Dach mit den Lukarnen komplett neu erstellt und rekonstruiert. Dafür will man originale Materialien verwenden, das Dach also wieder mit Naturschiefer eindecken.

Zwei Mieter fehlen noch

Im Sommer 2021 soll der Gebäudekomplex wieder wie vor dem Brand aussehen, sagt Reto Grunder von der PSP. Dann werden die Mieter einziehen – eineinhalb Jahre später als vor dem Brand geplant. Im Erdgeschoss bezieht der Computerverkäufer Dataquest die Ladenfläche, die er schon vor der Renovation belegte. Die Obergeschosse mietet der Workspace-Spezialist No 18. Für zwei Verkaufsflächen sucht PSP noch Mieter.

Erstellt: 26.08.2019, 09:07 Uhr

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