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«Die Kammeroper ist in erster Linie nicht dadaistisch»

Absurd und ernsthaft, intellektuell und humorvoll: Dieter Ulrich und Daniel Mouthon erzählen in ihrem absurden Kammerspiel, wie es zu Dada kommen konnte. «Roue, à rebours» feiert im Miller’s Premiere.

Dieter Ulrich? hat das Libretto für die Dada-Oper «Roue, à rebours» geschrieben.
Dieter Ulrich? hat das Libretto für die Dada-Oper «Roue, à rebours» geschrieben.
pd

Herr Ulrich, sind Sie Dada?Dieter Ulrich:Man ist wohl grundsätzlich etwas Dada, wenn man heute und in dieser Gesellschaft Jazzmusiker ist, obwohl man Kunsthistoriker wäre, um schliesslich Schlagzeug in seinem eigenen Libretto zu spielen ... – Sonst allerdings: Danke, nein!

Dada entstand Anfang des 20. Jahrhunderts als Bewegung gegen die herrschenden bür-gerlichen Ideale, ist historisch gesehen also unverrückbar mit dem damaligen Zeitgeist verbunden. Kann man heute Dada überhaupt verstehen?Dada war eine kulturelle Nahtstelle, in vielem mehr ein Wendepunkt als eine selbstständige Bewegung im eigentlichen Sinn. Die in ihren Grundlagen ebenso einfachen wie im Einzelnen unsystematischen Äusserungen ihrer Köpfe lassen sie bleibend interessant, geradezu irrwitzig erscheinen. Denn keiner dieser Künstler war lebenslang Dadaist; die meisten hatten sich schon wenig später meilenweit davon entfernt.

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