Zürich

Drogen-Check in Zürich beliebt

Seit 15 Jahren können Partybesucher in Zürich mehrmals pro Jahr mitgebrachte Drogen testen lassen. Durch das Projekt seien sie besser informiert und risikobewusster.

Zürcher Partygänger können seit 15 Jahren ihre Drogen beim Drug Checking untersuchen lassen.

Zürcher Partygänger können seit 15 Jahren ihre Drogen beim Drug Checking untersuchen lassen. Bild: Symbolbild/Keystone

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Partybesucherinnen und -besucher können in Zürich mehrmals pro Jahr direkt vor Ort mitgebrachte Substanzen testen lassen. Das Drug Checking, das vor 15 Jahren als Pilotversuch begann, erfreut sich nach wie vor grosser Beliebtheit. Insgesamt wurden bislang 11'200 Proben von 13'500 Personen getestet.

Das Fazit nach 15 Jahren Drug Checking und Beratungs- und Informationsarbeit ist positiv: Zürcherinnen und Zürcher, die ihre Partydrogen bei den Angeboten der Jugendberatung Streetwork der Stadt Zürich testen lassen, sind in den letzten Jahren messbar risikobewusster geworden und wissen mehr über illegale Substanzen, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte.

So ist beispielsweise der besonders riskante Mischkonsum seit 2004 um rund 20 Prozent zurückgegangen. Am häufigsten zur Analyse gebracht werden Kokain, Amphetamin, MDMA und LSD. Kaum bekannt sind Substanzen wie 5F-AKB48, ein eher seltenes synthetisches Cannabinoid oder das Halluzinogen 5-Meo-MIPT.

Hochdosierte Pillen

Nachdem gegen Ende des letzten Jahrzehnts der MDMA-Gehalt in Ecstasy-Tabletten stark zurückgegangen war, sind in den letzten Jahren wieder vermehrt sehr hochdosierte Pillen auf dem Markt. Der höchste getestete MDMA-Gehalt betrug 300 Milligramm. Das entspricht der maximal verträglichen Dosis für einen 200 Kilogramm schweren Mann, wie es in der Mitteilung heisst.

Beim Kokain stellen die Fachleute eine starke Zunahme von bis zu sechs verschiedenen psychoaktiven Streckmitteln fest, die zusätzliche Gesundheitsrisiken mit sich bringen. LSD-Filze sind vermehrt mit anderen psychoaktiven Substanzen verunreinigt.

Die Jugendberatung begann 2001 mit Drug Checkings an Partys und mit einer Info-Website. Fünf Jahre später kam das Drogeninformationszentrum im Kreis 5 dazu. Das Angebot wird zu 70 Prozent von Männern genutzt. Die meisten der Beratenen sind zwischen 19 und 34 Jahre alt und stammen laut Mitteilung aus allen Berufen und sozialen Schichten.

Durch die Informationen, die im Rahmen des Drug-Checkings gewonnen werden, können auch andere Freizeitdrogenkonsumierende gewarnt werden. Ausserdem haben Fachleute, Lehrpersonen und Eltern stets Zugriff auf aktuelles Wissen.

Warnungen über gefährliche Substanzen publiziert die Jugendberatung Streetwork im Internet unter www.saferparty.ch und in den sozialen Medien. Ausserdem gibt es Beratungen per E-Mail. Die Website verzeichnet im vergangenen Jahr mehr als 390'000 Besucherinnen und Besucher. (far/sda)

Erstellt: 19.10.2016, 11:28 Uhr

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