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So wurde die «Meilen» auf dem See begrüsst

Am Freitag wurde die neue Fähre auf dem Zürichsee offiziell getauft. Dabei wurde den Gästen ein Spektakel mit Knalleffekten, wendigen Fähren und ordentlich ­Gehorne geboten. Nicht fehlen durften Sprüche zwischen Meilemern und Horgnern.

Am Freitag wurde die neue Fähre «Meilen» beim Schiffssteg in Meilen getauft. Den traditionellen Flaschenwurf übernahm Brigitte Schweizer, Verwaltungsrätin der Zürichsee Fähren AG.
Am Freitag wurde die neue Fähre «Meilen» beim Schiffssteg in Meilen getauft. Den traditionellen Flaschenwurf übernahm Brigitte Schweizer, Verwaltungsrätin der Zürichsee Fähren AG.
Manuela Matt
Christoph Hiller, Gemeindepräsident von Meilen, bei seiner Ansprache.
Christoph Hiller, Gemeindepräsident von Meilen, bei seiner Ansprache.
Manuela Matt
In Erwartung ihrer grossen Schwester: Die anderen, kleineren Fähren stehen für die heranfahrende Fähre in Reih und Glied.
In Erwartung ihrer grossen Schwester: Die anderen, kleineren Fähren stehen für die heranfahrende Fähre in Reih und Glied.
Paul Steffen
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Bessere Bedingungen hätte es für die Taufe der neuen Fähre kaum geben können. So frohlockte Christoph Hiller (FDP), Gemeindepräsident von Meilen, dass der Anlass auf der goldenen Seite des Zürichsees veranstaltet wurde, statt im Schatten in Horgen. Überhaupt reihte Hiller einen augenzwinkernden Seitenhieb an den anderen gegen den Bezirk Horgen. So hätten verschiedene Gründe gegen eine Taufe in Horgen gesprochen. Die hohen Gäste sollten sich keinen «Pfnüsel» einfangen, der Meilemer Wein habe einfach die besseren Öchslegrade und das Beste an Horgen sei die schnelle Verbindung mit der Fähre nach Meilen.

Hillers Pendant, der Horgner Gemeindepräsident Theo Leuthold (SVP), nahm die Witztirade gelassen. Das kenne er schon von Hans Isler, dem langjährigen Geschäftsführer der Zürichsee-Fähre AG und ehemaligen Gemeindepräsidenten von Meilen. Überhaupt herrsche eine gesunde ­Rivalität zwischen den beiden Bezirkshauptorten, «fast wie zwischen Horgen und Wädenswil». Im Übrigen halte er es mit einem Werbespruch der Fähre: «Die Fähre verkürzt den Weg nach Horgen um Meilen.» Das Wichtigste sei eben doch, wo die Fähre hinfahre.

60 Meter lang, 10 Millionen Franken teuer: Am Freitagmittag wurde das neue Flagschiff «Meilen» der Zürichsee-Fähre Horgen-Meilen AG getauft und gefeiert. Video: Paul Steffen.

Zuerst klirren, dann knallen

Bezüglich Promidichte konnten die Linksufrigen punkten. So zeigten sich unter anderen Regierungsrat Ernst Stocker (SVP), Nationalrat Thomas Weibel (GLP) und Alt-Ständerat Hans Hoffmann (SVP). Getauft wurde die neue Fähre von Brigitte Schweizer, Verwaltungsrätin der Zürichsee-Fähre AG. Ihre Rede ging wegen Mikrofonproblemen unter. Die stilechte Taufe mit Champagnerflasche lief aber reibungs­los ab: Flasche kaputt, Schiff intakt. Nur die Hagelkanone verpasste den Einsatz, die Kanoniere mussten von Fähre-Geschäftsführer Martin Zemp dar­an erinnert werden. Dafür setzten die Kanoniere danach gleich mehrere Knaller ab, bevor es zum Apéro auf die «Meilen» ging.

Nach einer kleinen Fahrt Richtung Halbinsel Au drosselte die Fähre den Motor. In der Mitte des Sees hatten sich die fünf Schwesternschiffe in einer Reihe aufgestellt. Von rechts zog das Dampfschiff Stadt Zürich vorbei, die Fähre setzte sich in ihr Fahrwasser. Unter allgemeinem Gehorne begannen sich die Fähren, einige noch mit Autos drauf, zu drehen – fast synchron. Nur die Burg, das bisher jüngste Schiff in der Fährenflotte, schlug ein zu hohes Tempo an. Schliesslich standen die Boote der Seepolizei und der Seerettungsdienste Spalier und spritzten Wasserfontänen in die Luft.

Nicht fehlen dürfen bei einer Schiffstaufe auf dem Zürichsee zurzeit der Schiffsfünfliber und das Hornverbot. Christoph Hiller versprach, dass es bei der Fähre keinen Zuschlag zur Sanierung der Kantonsfinanzen geben werde. Als Franz Kagerbauer, Direktor des ZVV, begrüsst wurde, war ein lauter Buhruf zu vernehmen.

Der Kapitän der «Pfannenstiel», die kurz vor der Taufe noch in Meilen anlegte, hornte beim Ablegen mehrere Sekunden lang – unter grossem Jubel der wartenden Gäste. Und sowohl die Fähre, die «Stadt Zürich», als auch die Seepolizei und die Seerettungsdienste hornten, was das Zeug hielt. In der Seemitte waren sie wohl zu weit weg, um Anwohner zu stören.

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