Zum Hauptinhalt springen

«Maxi war eines der wichtigsten Tiere im Zoo»

Zoodirektor Alex Rübel erklärt, wieso ihn der Tod des beliebten Elefanten besonders berührt - und warum man den Bullen einschläfern musste.

Maxi (links) mit dem 15-jährigen Bullen Thai.
Maxi (links) mit dem 15-jährigen Bullen Thai.
pd

Es seien Tränen geflossen, als Maxi am Montagmorgen zwischen 7.30 und 8 Uhr im Elefantenhaus gestorben sei, sagt Zoodirektor Alex Rübel. Zunächst wurde der Elefant nakotisiert, dann mit einer Überdosis eingeschläfert.

Der Entscheid sei vor ein paar Tagen gefallen, nachdem sich der Gesundheitszustand des 50-jährigen Bullen drastisch verschlechtert hatte. Seit über einem Jahr sei Maxi unter besonderer Beobachtung gestanden. In regelmässigen Abständen wurde er veterinärmedizinisch untersucht und seine Gesundheit und verbleibende Lebensqualität beurteilt.

In den letzten Monaten habe Maxi stark an Gewicht verloren, sagt Rübel. Sich hinzulegen, aufzustehen und auch das Fressen von Heu habe ihm je länger je mehr Mühe bereitet. Die Backenzähne seien altersbedingt so stark abgenutzt gewesen, dass er sich nur noch mit Hilfe ausreichend ernähren konnte.

Maxi erhielt spezielle Zusatznahrung und Schmerzmittel. «In den letzten zwei, drei Wochen ging es schnell bergab mit ihm», sagt Rübel. Deshalb habe man sich entschieden, den Elefantenbullen einzuschläfern.

Stosszähne bleiben in Zürich

«Wir sind traurig, eines der wichtigsten Tiere des Zoos ist gestorben», sagt Rübel. Der Elefant sei während seiner ganzen Karriere da gewesen. «Nun geht etwas weg, das immer dazu gehört hat.» Aber das gehöre zum Zyklus des Lebens.

Vor fünf Tagen konnte der Zoo die Geburt des Elefantenkalbes Umesh vermelden. Am Montagmorgen nun die Nachricht über den Tod des sanften Riesen.

Das Elefantenhaus im Kaeng Krachan Elefantenpark bleibt den ganzen Tag geschlossen. Ein Trauerritual werde es nicht geben, sagt Rübel. «Wir wollen die Natur zeigen und nicht menschliche Zeremonien übernehmen.»

Die altersbedingten Veränderungen von Maxi werden nun am Institut für Veterinärpathologie der Universität Zürich untersucht. Von dort gehen die sterblichen Überreste in eine Tierkörper-Sammelstelle. Die Stosszähne kommen zurück in den Zoo und werden dort für schulische Zwecke benutzt.

Video: Der Zoo Zürich nimmt Abschied

Die gewaltigen Stosszähne waren das Markenzeichen von Maxi. Sie wären noch länger, hätte er nicht verschiedentlich Stücke davon abgebrochen – einmal gar ein Stück Zahn von über 70 Zentimetern Länge.

Bis zuletzt sei der stets freundliche Maxi eine imposante Erscheinung geblieben, schreibt der Zoo in einer Mitteilung: «Sein ruhiger Gang konnte schon fast als würdevoll bezeichnet werden.»

Maxi wurde 1969/70 in Thailand geboren und kam 1971 in den Zoo Dudley in England. Ein Jahr später wechselte er zum Zirkusunternehmen Chipperfield, wo er mit auf Tournee ging. Nach einem kurzen Aufenthalt im englischen Safaripark Longleat wurde Maxi am 15. September 1981 nach Zürich geholt.

Maxi bei seiner Ankunft im Zoo Zürich. Bild: Zoo Zürich
Maxi bei seiner Ankunft im Zoo Zürich. Bild: Zoo Zürich

Den Umzug nach Zürich machte eine Erweiterung der 1971 eröffneten Elefantenanlage um einen Bullenstall möglich. Maxi erfüllte die in ihn gesetzten Erwartungen. Am 27. Juli 1984 kam mit Komali der erste Elefantennachwuchs im Zoo Zürich zur Welt. Zu Maxis Stammbaum zählen zwölf direkte Nachkommen – darunter die in Zürich lebenden Töchter Chandra, Farha und Omysha – sowie 21 Enkel und 2 Urenkel.

«Maxis Tod wird sich in der Zoowelt herumsprechen», sagt Zoodirektor Rübel. «Dank ihm haben wir eine der stabilsten Elefantenzuchten führen können.»

2014 bezog Maxi mit den anderen Elefanten den neuen Kaeng Krachan Elefantenpark. Am neuen Ort stiess noch im gleichen Jahr der jüngere Bulle Thai dazu. Die beiden wurden zwar keine dicken Freunde, respektierten sich aber gegenseitig.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch