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Erste Dampfschiffkapitänin der Schweiz

Als erste Frau der Schweiz ist die 43-jährige Manuela Balàz Kapitänin eines Dampfschiffs. Sie übernimmt das Ruder der beiden Raddampfer auf dem Zürichsee.

Die 43-jährige Manuela Balàz übernimmt als erste Frau in der Schweiz das Ruder eines Dampfschiffs.
Die 43-jährige Manuela Balàz übernimmt als erste Frau in der Schweiz das Ruder eines Dampfschiffs.
ZSG

Die Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) hat die erste Dampfschiffkapitänin der Schweiz. Nach erfolgreich abgelegter Prüfung übernimmt mit Manuela Balàzs nun erstmals eine Frau das Ruder der beiden nostalgischen Raddampfer auf dem Zürichsee, teilt die ZSG mit.

Mit dem erworbenen B-III-Ausweises ist die 43-Jährige nun befähigt, Dampfschiffe im konzessionierten Kursverkehr zu steuern. «Wir sind sehr stolz, dass mit Manuela nun erstmals eine Frau am Steuer unserer historischen Dampfschiffe steht», wird ZSG-Direktor Roman Knecht zitiert.

Seit 19 Jahren ist Balàzs bei der Zürichsee Schifffahrt tätig. Damals wusste die gelernte Malerin zunächst nicht, was sie erwartet. Schnell fand sie jedoch Gefallen daran, im Winter in der Werft zu arbeiten und im Sommer auf dem See unterwegs zu sein. Im nautischen Dienst durchlief sie die Stationen Matrose, Kassier, Bootsführerin und Schiffsführerin bis zur Kapitänin.

«Wir müssen uns blind vertrauen»

«Ein Dampfschiff ist noch einmal etwas ganz anderes», sagt die 43-jährige. Vor allem im Hinblick auf den Zusammenhalt der Crew. Anders als auf einem Motorschiff, auf dem der Kapitän alle Manöver selbst ausführt, erteile der Dampfschiffkapitän sämtliche Befehle über ein Sprachrohr in den Maschinenraum. Dort werden sie von den beiden Maschinisten umgesetzt werden. Ein reibungsloses Zusammenspiel zwischen Kapitän und Mannschaft sei das A und O. «Wir müssen uns blind vertrauen», betont Balàzs.

Während der Prüfung musste die angehende Dampfschiffkapitänin verschiedenste Rollenübungen wie beispielsweise Mann über Bord, Radar-Ausfall und Notsteuer sowie das Anlaufen schwieriger Schiffstationen meistern. Besonders haarig: Fahren bei unsicherem Wetter. «Da wurden die Rollladen heruntergezogen und ich bin praktisch im Dunkeln nur nach GPS, Kompass und Radar gefahren», sagt Manuela Balàzs.

«Die Freiheit ist das Schönste an meinem Beruf»

In der laufenden Saison möchte sie noch so viel Praxis wie möglich erlangen. «Dampfschiff fahren ist eine grosse Verantwortung. Je genauer man das Schiff und den See kennt, desto besser.» Über Winter kehrt sie dann in ihren Job als Malerin zurück, wird nur ersatzweise im Schiffsdienst eingesetzt. Die Abwechslung, die beide Jobs mit sich bringen, gefällt ihr.

Doch das Schönste an ihrem Beruf: «Die Freiheit. Man trägt eine grosse Verantwortung, aber auf dem See ist man sein eigener Chef.»

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