Öffentlicher Verkehr

Erster Schweizer Fernbus fährt durch die Seeregion

Der Bund hat einem Schweizer Fernbusunternehmen die Bewilligung für Testfahrten erteilt. Eine Linie führt durchs Linthgebiet und die Region Zürichsee. Der Bus ist viel günstiger, braucht aber doppelt so lange wie die Bahn.

Bequemes Reisen auf garantierten Sitzplätzen bietet der neue Fernbusservice auf seinen Linien quer durch die Schweiz an.

Bequemes Reisen auf garantierten Sitzplätzen bietet der neue Fernbusservice auf seinen Linien quer durch die Schweiz an. Bild: zvg

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Domo Reisen in Glattbrugg bricht die Lanze für die ersten Fernbuslinien in der Schweiz. Mit dem nächsten Fahrplanwechsel am 9. Dezember will das Unternehmen erstmals Busse nach Fahrplan quer durchs Land schicken. Dazu hat die Firma eine Konzession beim Bundesamt für Verkehr (BAV) beantragt.

Ob Domo Reisen tatsächlich die Lizenz erhält, ist noch offen. Aber das BAV hat einen Testbetrieb im Juni bewilligt. Dieser ist für Passagiere kostenlos und soll zeigen, wie die Fernbusse in der Praxis funktionieren und vor allem, wie der Fahrplan konkret aussehen würde. Drei Linien sind vorgesehen: Zürich Flughafen–Basel–Lugano, St. Gallen–Genf und Chur–Sitten.

Umsteigen auf andere Linien

Die Strecke von Chur in die Walliser Hauptstadt führt durch die ZSZ-Region. Haltestellen sind geplant in Ziegelbrücke/Schänis, Pfäffikon SZ und Horgen. Patrick Angehrn, Leiter Linienbus bei Domo Reisen, begründet die Wahl: «Diese Haltestellen wurden aufgrund der geografischen Lage sowie der Anbindung an den öffentlichen Verkehr gewählt.»

Die Routen und Haltestellen bestimmte Domo aufgrund von Marktanalysen. In Rothrist liegt ein Hub. An diesem Knotenpunkt können die Fahrgäste aus allen Richtungen in alle Richtungen umsteigen. «Das heisst, die Kunden aus der Region Zürichsee können in Rothrist in Richtung Innerschweiz, Tessin, Basel, Genf umsteigen», erklärt Angehrn, der in Schänis lebt.

Ohne Umsteigen ins Wallis

Es sind auf jeder Strecke zwei Abfahrten pro Tag geplant. Wer zum Beispiel in Ziegelbrücke/Schänis um 6.40 Uhr den Bus besteigt, ist um 13 Uhr in Sitten. In Pfäffikon SZ fährt der Bus um 7.10 Uhr, in Horgen um 7.30 Uhr ab. In umgekehrter Richtung geht es ab Sitten um 15.45 Uhr mit Ankunft in Horgen um 21.45 Uhr (Pfäffikon 21.35 Uhr, Ziegelbrücke/Schänis 22.15 Uhr). Mit den SBB gehtes schneller: Ab Ziegelbrücke um 7 Uhr ist man schon um 10.33 Uhr in der Walliser Kantonshauptstadt. Allerdings muss man in ­Zürich und Visp umsteigen.

Bei den Preisen ist das Verhältnis umgekehrt. Die Bahn kostet rund doppelt so viel: 2. Klasse Halbtax 56.50 ab Ziegelbrücke/Schänis, 50.50 Franken ab Horgen. Mit dem Domo-Fernbus kostet die Reise nur 27 Franken ab Ziegelbrücke/Schänis respektive 23 Franken ab Horgen. ­Halbtax und Generalabonnement werden im Fernbus voll ­angerechnet.

Mit WLAN und Sitzgarantie

Bisher ist Domo Reisen der einzige Interessent, der sich für Konzessionen für Fernbusse in der Schweiz beworben hat. «Wir sind der Ansicht, dass der Fernbus eine gute Ergänzung zum bestehenden Schweizer Verkehrssystem für preissensitive Kunden darstellt», sagt der Leiter.

Angehrn zählt die Vorzüge ­seiner Busse auf: «Wir bietenden Kunden neben einem rund 50-prozentigen tieferen Preis1. Klasse mit Liegesitzen, 2. Klasse, garantierte Sitzplätze, Hostess, WLAN, Stromanschlüsse, Bordverpflegung gegen Gebühr, einen Bistrobereich im unteren Stock und Rollstuhlplätze an.» Als Weltneuheit sind die Fernbusse sogar mit Rollstuhltoiletten ausgestattet. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 18.05.2017, 18:02 Uhr

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