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ETH Zürich legt Schwerpunkte auf Medizin und Datenwissenschaft

Die ETH Zürich will neue Schwerpunkte auf die Datenwissenschaft und die Medizin setzen. Im Herbst startet das neue Bachelorstudium in Humanmedizin in Zürich mit 100 Plätzen. Neu in der Geschichte der ETH Zürich gibt es deshalb einen Numerus Clausus.

Im Herbst startet das neue Bachelorstudium in Humanmedizin in Zürich mit 100 Plätzen. Dafür musste eigens das ETH-Gesetz angepasst werden. Neu gibt es einen Numerus Clausus.
Im Herbst startet das neue Bachelorstudium in Humanmedizin in Zürich mit 100 Plätzen. Dafür musste eigens das ETH-Gesetz angepasst werden. Neu gibt es einen Numerus Clausus.
Keystone

Im Herbst startet das neue Bachelorstudium in Humanmedizin in Zürich mit 100 Plätzen. Dafür musste eigens das ETH-Gesetz angepasst werden, wie Sarah Springman, Rektorin der ETH Zürich, am Donnerstag vor den Medien in Zürich sagte. Neu gibt es einen Numerus Clausus. Dies sei ein Novum für eine ETH - und wird eine Ausnahme bleiben: Für andere Studienrichtungen soll ein Numerus Clausus nicht eingeführt werden.

Die ETH Zürich bietet ab Herbst 2017 100 Bachelorstudienplätze in Humanmedizin an, wie sie bereits im vergangenen Jahr angekündigt hatte. Der neue Studiengang ist vorerst als Pilotprojekt konzipiert und versteht sich als komplementäres Angebot zu den bestehenden Angeboten an anderen Hochschulen. Abgeschlossen wird das Bachelorstudium mit einem Forschungspraktikum an der Schnittstelle von Grundlagenforschung und Translation in die klinische Anwendung. Gemäss ersten Signalen ist das Interesse am neuen Studiengang gross, wie Springman weiter sagte.

Für die Ausbildung in klinischer Medizin ist die ETH aber auf Partner, die auch klinische Forschung machen, angewiesen. Für alle, die einen Medizin-Bachelor an der ETH Zürich erfolgreich abschliessen, ist ein Master-Studienplatz garantiert, versicherte Springman. Partner sind die Universität Zürich, Universität Basel und Università della Svizzera italiana.

Datenwissenschaft als zweiter Schwerpunkt

Medizin sei bereits eine ETH-Kernkompetenz, sagte Lino Guzzella, Präsident der ETH. Rund ein Drittel der Professorinnen und Professoren sind bereits heute direkt oder indirekt in der medizinischen Forschung tätigt. Die ETH wolle als technische Hochschule in Ausbildung Forschung und Innovation der Medizin von Morgen eine entscheidende Rolle spielen. Als ein Beispiel für die Nähe der ETH zur Medizin erwähnte Guzzella den Cybathlon-Wettkampf, der 2016 erstmals stattfand und bei dem Menschen mit Behinderung technische Hilfsmittel einsetzen durften. Der erste Cybathlon hatte eine grosse Resonanz über die Landesgrenze und über 4000 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten die Wettkämpfe live in Kloten. Guzzella kündigte an, dass 2020 in der Region Zürich ein weiterer Cybathlon stattfinden soll. Die zweite Ausgabe soll gemäss Guzzella noch grösser und besser werden.

Neben Medizin will die Schulleitung der ETH Zürich, die sich in der Mitte ihrer ersten, vierjährigen Amtsperiode befindet, einen weiteren Schwerpunkt auf die Datenwissenschaft legen. Die Datenwissenschaft ist gemäss Guzzella der Schlüssel zum wirtschaftlichen Fortschritt.

Neue Gebäude in Zürich und Basel

Die Kooperation im Rahmen der Universitären Medizin Zürich hat aber auch bauliche Auswirkungen: Die ETH Zürich baut an der Gloriastrasse in Zürich ein neues Gebäude für etwa 185 Millionen Franken, um von der Nähe des Universitätsspital zu profitieren. Inbetriebnahme soll im Herbst 2020 sein.

Das neue Gebäude wird Seminarräume, Praktikumsplätze, Laboratorien, Forschungsplattformen und ein Restaurant enthalten. Der Fokus der Forschung liegt dabei auf Medizintechnik und Bewegungswissenschaften. Ebenfalls im Kontext der Gesundheitswissenschaften entsteht in Basel auf dem Campus Schällemätteli der Universität Basel ein Neubau für etwa 200 Millionen Franken. Im Sommer 2021 soll hier das Basler Departement für Biosysteme (D-BSSE) einziehen und von der Nähe der Uni und Spital profitieren.

Die ETH Zürich investiert in den nächsten Jahrzehnten jährlich rund 200 Millionen Franken, wie Ulrich Weidmann, Vizepräsident für Personal und Ressourcen, weiter sagte.

Künftig wird weniger in Neubauten sondern mehr in die Sanierung des Bestandes investiert. Dennoch werde die ETH Zürich in den nächsten zwanzig Jahren vor allem auf dem Campus Hönggerberg einzelne weitere grosse Neubauten realisieren.

SDA/sda/fabs

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