Zum Hauptinhalt springen

Ferrari-Fahrer bezog Sozialhilfe

Über zehn Jahre lang hat ein Mann Sozialhilfe in Adliswil ertrogen. Er hatte ein Einkommen und konnte ein Vermögen anhäufen. Ihm drohte eine lange Haftstrafe. Er kam aber mit einem blauen Auge davon.

Ein Sozialhilfebetrüger hatte unter anderem einen Ferrari verschwiegen.
Ein Sozialhilfebetrüger hatte unter anderem einen Ferrari verschwiegen.
Symbolbild, Keystone

Ist der 61-jährige Mann ein Sozialhilfebetrüger und guter Schauspieler, wie der Staatsanwalt gestern am Bezirksgericht Horgen meinte? Oder ist er ein von Schicksalsschlägen gezeichneter Mann, der für seine Kinder sorgen wollte? So stellte sich der Beschuldigte dar.

Er erschien in Jeans und einer Jacke, die eine Nummer zu gross waren. Der hagere, kleine Mann sprach meistens mit zögerlicher, manchmal weinerlicher Stimme. Oft war er kaum zu verstehen. Laut und deutlich wurde er erst beim Schlusswort. Er beschimpfte den Staatsanwalt, sodass ihn die Richterin mehrfach unterbrechen musste. Der Staatsanwalt hatte dem Beschuldigten zuvor vorgehalten, es sei seine Masche, auf die Tränendrüse zu drücken. Er wäre als Schauspieler gut aufgehoben gewesen. Er nehme ihm die Begründung nicht ab, wieso er dem Sozialamt sein Einkommen als selbstständiger Händler, einen Ferrari und Liegenschaften im Ausland verschwiegen und dadurch unrechtmässig 300 000 Franken Sozialhilfe bezogen habe.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.