Zum Hauptinhalt springen

Fremdspracheninitiative im Kanton Zürich wird definitiv lanciert

Im Kanton Zürich wird definitiv eine kantonale Volksinitiative für nur eine Fremdsprache an der Primarschule lanciert. Nach der Ungültigerklärung einer ähnlichen Initiative im Kanton St. Gallen hat das Zürcher Komitee den Text juristisch angepasst.

Gemäss der Initiative soll die zweite Fremdsprache erst auf der Sekundarstufe eingeführt werden.
Gemäss der Initiative soll die zweite Fremdsprache erst auf der Sekundarstufe eingeführt werden.
Keystone

Dieser sei nun so formuliert, dass der Unterschriftensammlung nichts mehr im Wege stehe, teilte das «Komitee für nur eine Fremdsprache» am Freitag mit. Dahinter steht eine Gruppierung von Lehrpersonen und Politikern.

Mit dem Unterschriften sammeln will das Komitee nach den Sommerferien beginnen, wie der ehemalige EVP-Kantonsrat und Bildungsrat Hanspeter Amstutz gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. Zuerst müsse noch die amtliche Prüfung erfolgen.

Gemäss Initiative soll mit einer Anpassung des Schulgesetzes oder nötigenfalls einer Änderung oder Kündigung des HarmoS-Konkordats die Fremdsprachenregelung so geändert werden, dass «die zweite Fremdsprache erst auf der Sekundarstufe eingeführt wird». Der Regierungsrat soll auf Antrag des Bildungsrates beschliessen, ob Französisch oder Englisch erste Fremdsprache ist.

HarmoS-Austritt nicht ausgeschlossen

Im Gegensatz zum ursprünglichen Text wird ein Austritt aus dem HarmoS-Konkordat explizit nicht ausgeschlossen, falls dies aus juristischen Gründen notwendig wäre. «Wir gehen aber nicht davon aus, dass dies der Fall sein wird», sagte Amstutz.

Nach der Resolution des Schweizerischen Lehrerverbandes LCH zum Sprachenstreit sei Bewegung in die erstarrte Fremdsprachenfrage gekommen. Die zweite Fremdsprache solle nun nur noch als Wahlpflichtfach in der Primarschule angeboten werden.

Nach Ansicht des Komitees kann dies aber nur geschehen, wenn durch eine Revision des HarmoS-Konkordates die detaillierte Festlegung des obligatorischen Einstiegs in die beiden Fremdsprachen aufgehoben wird.

Von der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz erwartet das Komitee, dass diese die Probleme mit dem frühen Sprachen lernen nicht auf die lange Bank schiebt und flexiblere Lösungen bei der Staffelung des Einstiegs zulässt. Am erklärten Bildungsziel, dem gleichwertigen Abschluss am Ende der Volksschulzeit in beiden Fremdsprachen, soll weiterhin festgehalten werden.

Keine besseren Resultate

Der frühe Fremdsprachenunterricht habe die hohen Erwartungen in keiner Weise erfüllt, heisst es in der Begründung der Initiative. Wissenschaftliche Studien hätten eindeutig ergeben, dass ein früher Beginn nicht zu besseren Resultaten führe.

Vielmehr zeige sich, dass nach kurzer Zeit in der Sekundarschule die Unterschiede zwischen Schülern mit und ohne Vorkenntnisse einer zweiten Fremdsprache kaum noch ins Gewicht fielen. Das für die Primarschule gewählte Konzept mit nur zwei Wochenlektionen pro Sprache sei für nachhaltiges Lernen ungeeignet.

Unterstützt wird das Begehren für nur eine Fremdsprache an der Primarschule von den bildungspolitisch konservativen Gruppierungen Zürcher Kantonale Mittelstufe (ZKM), Forum Kindgerechte Schule und der Gruppe Schule mit Zukunft.

Letztere hatte 2006 im Kantone Zürich eine Abstimmung über das Frühfranzösisch an der Primarschule erzwungen, diese aber verloren. Heute wird an den Zürcher Primarschulen Englisch ab der zweiten Klasse und Französisch ab der fünften Klasse unterrichtet.

SDA/mst

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch