Urteil

Hundehalterin blitzt auch vor dem Bundesgericht ab

Sie wehrte sich fast erfolglos dagegen, dass ihr die Behörden 17 vernachlässigte Rottweiler entzogen.

Eine Frau war mit ihren vielen Rottweilern überfordert. Das Bundesgericht bestätigte das Zuchtverbot und das teilweise Hundehaltungsverbot, das die Vorinstanz ausgesprochen hatte.

Eine Frau war mit ihren vielen Rottweilern überfordert. Das Bundesgericht bestätigte das Zuchtverbot und das teilweise Hundehaltungsverbot, das die Vorinstanz ausgesprochen hatte. Bild: Themenbild pd

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Eines Tages kreuzte sie vor dem Haus im Kanton Zürich auf, das ihr und ihrem Bruder gehört. Die Hundehalterin führte zehn Hundetransportboxen mit, in denen sich elf erwachsene Rottweiler und sechs dreieinhalbjährige Welpen befanden. Sie war mit ihrer Fracht vom grenznahen Deutschland angereist und wollte sich im Haus samt ihren Tieren für unbestimmte Zeit einquartieren.

Weil sie keinen Schlüssel hatte, schlug sie eine Scheibe ein, um wenigstens die Welpen in die Wärme zu bringen zu können, denn es war kalt – im Januar 2018. Die Boxen mit den erwachsenen Tieren hingegen deponierte sie im Garten des Hauses. Es ging nicht lange, bis die Kantonspolizei und das kantonale Veterinäramt aufkreuzten. Anwohner hatten auf die jaulenden Tiere aufmerksam gemacht.

Das Veterinäramt beschlagnahmte alle Hunde. Sie befanden sich teilweise in einem erbärmlichen Zustand, waren verwurmt, schlecht sozialisiert oder aggressiv. Im Verlaufe des längeren Verfahrens schläferte das Amt mehrere kranke Tiere ein.

Halte- und Züchtungsverbot

Die Frau, eine erfahrene Hundehalterin und -züchterin, wehrte sich gegen alle Anordnungen der Behörden, blitzte aber in den wesentlichen Punkten ab. So erliess das Veterinäramt ein teilweises Hundehaltungs- und-züchtungsverbot gegen sie. Es gestand ihr aber zu, die Herausgabe von fünf Hunden verlangen zu können – sofern sie eine gute Behandlung nachweisen könne. Später entschärften Behörden ihre Bedingungen etwas.

Die Hundehalterin gab nicht auf und zog vor das Verwaltungsgericht, wo sie eine fast vollständige Niederlage erlitt. Das teilweise Hundehaltungsverbot und das Zuchtverbot seien angemessen, urteilte das Gericht im März 2018. Es hob einzig die verbleibenden Auflagen für die Herausgabe von fünf Hunden auf. Dennoch fand das Gericht, die Frau sei mit so vielen Hunden klar überfordert. Das zeige sich daran, dass sie weder die genaue Zahl ihrer Tiere noch deren Namen kenne.

Noch einmal probierte es die Frau mit einem Weiterzug. Das Bundesgericht stützte aber im Urteil von Ende Juli die Vorinstanz und wies die Beschwerde vollumfänglich ab.

Erstellt: 14.08.2019, 20:27 Uhr

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