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Bekenntnis zur Vielsprachigkeit

Das Zürcher Stimmvolk will das Rad der Sprachenpolitik nicht zurückdrehen. Das ist nicht erstaunlich, da es sich gestern zum wiederholten Male für zwei Fremdsprachen in der Primarschule ausgesprochen hat. Dass die Lehrerverbände nach 2006 wieder eine Fremdspracheninitiative vorgelegt haben, grenzt an Zwängerei. Denn die vorherrschende Meinung des Stimmvolkes hat sich nicht geändert, nicht einmal deren Deutlichkeit: Damals lehnten 58,5 Prozent die Initiative ab, gestern waren es 60,8 Prozent. Kein einziger Bezirk, lediglich vereinzelte Landgemeinden konnten sich für das Anliegen erwärmen.

Das zeigt, dass den Zürchern die Fremdsprachen wichtig sind und sie sich zur Schweizer Vielsprachigkeit bekennen. Zudem wollen sie keinen Anlass geben, die interkantonale Sprachendiskussion über den Haufen zu werfen. Denn eine Annahme der Initiative hätte verheerende Folgen gehabt für den Sprachenkompromiss der Kantone, das Harmos-Konkordat und die Einführung des Lehrplans 21. Nach dem Nein des grossen Wirtschaftskantons Zürich wird es anderen Deutschschweizer Kantonen nun schwerer fallen, das Frühfranzösisch abzuschaffen.

Wichtig ist, dass bei weiteren Anpassungen des Fremdsprachenunterrichts, die im Rahmen des Lehrplans 21 anstehen, die Anliegen der Lehrer nicht auf der Strecke bleiben. Denn sie haben zwar die Abstimmung verloren, ihre Ideen zur Verbesserung des Unterrichts, sind dennoch ernst zu nehmen.

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