Winterthur

2500 Tannen müssen fallen

Wegen des warmen trockenen Wetters stecken derzeit wieder Borkenkäferlarven in den Fichten. Bevor die Käfer ausfliegen, müssen Forstequipen im Wald 2500 Bäume fällen.

Solche Szenen dürften in Winterthur und Umgebung in kommender Zeit vermehrt zu sehen sein: Kranke, von Käfern befallene Bäume werden gefällt.

Solche Szenen dürften in Winterthur und Umgebung in kommender Zeit vermehrt zu sehen sein: Kranke, von Käfern befallene Bäume werden gefällt. Bild: Urs Baumann

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Die Hitze und Trockenheit der letzten Wochen, aber auch die warme Witterung in den Jahren zuvor haben dazu geführt, dass sich die Borkenkäfer stärker vermehren als in anderen Sommern. Seit Juni sei das Forstpersonal «mit intensiven Kontrollen in den Wäldern beschäftigt», meldete Stadtgrün am Donnerstag. Laut Beat Kunz, dem Chef von Stadtgrün, deuten fahle oder rötliche Baumkronen an den Rottannen auf einen Borkenkäferbefall hin. Befallene Tannen können auch Nadeln verlieren, oder das geübte Auge sieht Bohrmehl am Stammfuss. Das zeigt, dass Borkenkäfer dort ihre Larven abgelegt haben.

Wenn die Rinde abfällt...

Genau zu diesem Zeitpunkt müssen die Forstarbeiter nun aktiv werden: Bevor aus den Larven eine neue Käfergereration wird, müssen die Bäume gefällt werden. Rund 2500 Fichten sind laut Mitteilung befallen und müssen weg. «Die Zeit eilt», sagt Kunz, «wenn schon die Rinde abfällt, sind wir zu spät.» Doch sei man «gut im Plan», beruhigt er: «Wir haben das im Moment im Griff.»

So kommt es, dass die Baumfäller, die für gewöhnlich eher in der kalten Jahreszeit unterwegs sind, jetzt in diesen heissen Tagen schwitzen. Weil die zu fällenden Tannen einzeln oder in kleinen Gruppen überall in den Winterthurer Wäldern zu finden sind, kann man nicht mit schwerem Gerät zu Werk. Die Equipen fällen vielmehr mit Motorsägen.

Liegen die Tannenbäume erst einmal auf dem Boden, müssen sie möglichst rasch von dort weggebracht werden, damit auch die Käferlarven weg sind. Ein Teil des Holzes wird zu Schnitzel geschreddert, wodurch auch die Larven sterben. Ein grösserer Teil wird ausserhalb des Waldes in einer Kiesgrube zwischengelagert. Birgt das keine Gefahr für den Wald? «Die Käfer können nicht weit fliegen», erklärt Kunz.

Zum Ausmass des Käferbefalls noch zwei Vergleichszahlen: Nach dem schneereichen Winter 2014/15 mussten in den Winterthurer Wäldern 10 000 Tannen gefällt werden. Und im ganzen letzten Jahr wurden landesweit 220 000 Kubikmeter Fichtenholz vom Borkenkäfer befallen. In Winterthur sind es aktuell 1500 Kubikmeter Käferholz.

Auch Buchen sterben

Die Aufmerksamkeit von Stadtgrün gilt derzeit nicht nur den Fichten im Wald, sondern auch den Buchen im Stadtraum. Oder wie Stadtgrün schreibt: «Auch bei den Stadtbäumen fordert die Hitze ihren Tribut». Die Baumpfleger hätten festgestellt, dass bei rund 50 Buchen die Kronen dürr werden und absterben. Grund ist wohl der Buchenprachtkäfer, ein weiterer Schädling. Man erwarte in den nächsten Tagen weitere Erkenntnisse von Experten der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft. Die stark befallenen Buchen müssten gegebenenfalls ebenso gefällt werden, um die Nachbarsbäume zu schützen.

Erstellt: 13.07.2017, 16:34 Uhr

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