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«Jahrhundertprojekt» – Das neue Landesmuseum öffnet seine Pforten

Das Landesmuseum in Zürich hat am Freitag seinen modernen Erweiterungsbau präsentiert.

Das Landesmuseum Zürich ist das meist besuchte historische Museum der Schweiz.
Das Landesmuseum Zürich ist das meist besuchte historische Museum der Schweiz.
Keystone
Das Landesmuseum wurde 1898 in einem burgähnlichen Gebäude nordwestlich der Haupthalle des Hauptbahnhofs beim heutigen Platzspitzpark eröffnet.
Das Landesmuseum wurde 1898 in einem burgähnlichen Gebäude nordwestlich der Haupthalle des Hauptbahnhofs beim heutigen Platzspitzpark eröffnet.
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Andreas Spillmann, der Direktor des Landesmuseums, posiert stolz vor dem imposanten Neubau. Neben der Eröffnungsausstellung kann man in Spillmanns Museum derzeit auch die neue Dauerausstellung «Archäologie der Schweiz» besichtigen.
Andreas Spillmann, der Direktor des Landesmuseums, posiert stolz vor dem imposanten Neubau. Neben der Eröffnungsausstellung kann man in Spillmanns Museum derzeit auch die neue Dauerausstellung «Archäologie der Schweiz» besichtigen.
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Mit zwei Ausstellungen hat das Landesmuseum in Zürich am Freitag seinen neuen Erweiterungsbau eröffnet. Der vom Basler Büro Christ & Gantenbein entworfene Neubau ist schon im Vorfeld als «Jahrhundertprojekt» bezeichnet worden.

«Wir fühlen uns erleichtert und befreit», sagte der Architekt Emanuel Christ im neuen Eingangsbereich des Landesmuseums vor den Medien. Vierzehn Jahre arbeitete er zusammen mit seinem Partner Christoph Gantenbein und ihren Teams am Neubau. Nach so langer Zeit sei die Eröffnung «ein emotionaler Moment».

Insgesamt verfügt der 111 Millionen Franken teure mehrstöckige Gebäudetrakt mit seinen monumentalen Treppen über eine Geschossfläche von 7400 und eine Ausstellungsfläche von 2200 Quadratmetern.

Grossen Wert legten die Architekten auch auf ein dialogisches Konzept: Mit dem Altbau von Gustav Gull aus dem Jahr 1898 fügt sich der Neubau nahtlos zu einem Kreis zusammen. Ebenso wie Alt und Neu verbinden sich Innen und Aussen. Durch zahlreiche runde Öffnungen geht der Blick zu den Türmchen, Fenstern und Fassaden des Altbaus, zur Limmat, zum Park und zum Museumshof.

Neue Dauerausstellung

Im Innern ist der Neubau mit modernster Technik ausgestattet und bietet Platz für vielfältigste Ausstellungen. Im ersten Obergeschoss hat das Landesmuseum die neue Dauerausstellung «Archäologie Schweiz» eingerichtet. Funde aus Bergregionen, Gletschern, Seen, Städten und Dörfern führen dem Publikum das archäologische Kulturerbe der Schweiz vor Augen.

Auf einer Fläche von 500 Quadratmetern zeigt die Ausstellung anhand von 1400 Objekten aus den Beständen des Schweizerischen Nationalmuseums auch die Menschheitsgeschichte auf: von den ersten Menschen vor mehr als 100'000 Jahren bis zur Ausbreitung und Konsolidierung des Christentums um 800 n. Chr. Scanner und interaktive Forschungstische erlauben es, detaillierte Informationen zu den einzelnen Objekten und Themen zu aktivieren.

Wechselausstellung zur Renaissance

Die erste Wechselausstellung im Neubau widmet sich dem Thema «Europa in der Renaissance. Metamorphosen 1400-1600». Die Renaissance steht für wichtige Umbrüche der Weltgeschichte: Dazu gehören die Erfindung des Buchdrucks ebenso wie die Entwicklung eines neuen Menschenbilds. Bilder, Bauten, Skulpturen und Literatur etwa zeugen davon.

Die von angenehm kurzen, dafür viersprachigen Erklärungen begleitete Ausstellung lädt ein, in zehn thematischen Sektionen die Spuren des Transfers zu entdecken. Sie befragt Kunstwerke, Instrumente und Dinge des Alltags als historische Quellen. «Es sprechen die Objekte», betonte der Historiker Bernd Roeck, der die Schau wissenschaftlich mitbetreut hat. «Sie erzählen eine Weltkultur.»

In diese Erzählung ist auch die Schweiz eng eingebunden, wie die Kuratorin Denise Tonella beim Rundgang zeigte. Schon eines der ersten Exponate, der Schreibtisch von Jacob Burckhardt (1818-1897), verweist auf diesen Zusammenhang, hat der Basler Kulturhistoriker mit seiner «Kultur der Renaissance in Italien» (1860) doch laut Roeck ein bis heute zentrales Buch über diese Zeit geschrieben.

Viele Schweizer Premieren

Zahlreiche der Exponate von 80 Leihgebern sind laut Tonella in der Schweiz erstmals zu sehen. Dabei wimmelt es von künstlerischen Rosinen. Dazu gehören Entwurfszeichnungen von Leonardo da Vinci oder die Holbein-Madonna: das Altarbild «Die Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen», das Hans Holbein der Jüngere 1525 gemalt hat.

Ausgestellt sind aber auch Dinge des Alltags wie ein prächtiger Fassadenschrank und zahlreiche Bücher, die das für die Renaissance zentrale Thema des Buchdrucks dokumentieren.

Die Schau zur Renaissance dauert bis 27. November. Dazu ist ein umfassende Katalogbuch erschienen.

Ab Sonntag steht das erweiterte Landesmuseum für das Publikum offen. Video: Keystone

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