Wahlen

Jositsch und Noser präsentieren sich als gemässigtes Duo

Beim ersten grossen Podium zur Ständeratswahl sorgte vor allem Roger Köppel für Emotionen.

Das erste Aufeinandertreffen der Kandidaten war geprägt von den Emotionen von Roger Köppel,

Das erste Aufeinandertreffen der Kandidaten war geprägt von den Emotionen von Roger Köppel, Bild: Marc Dahinden

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Einer gegen alle: Die Konstellation gab es an der Podiumsdiskussion zu den Ständeratswahlen am Dienstagabend in Winterthur immer wieder. Bei den beiden grossen Themen des Abends – Klima und EU-Rahmenabkommen – stand Roger Köppel (SVP) immer wieder alleine da. Eine Rolle die ihm offensichtlich gefiel. Auffallend war dabei, wie stark die beiden Bisherigen, Daniel Jostisch (SP) und Ruedi Noser (FDP) ihre gemeinsamen, gemässigten Positionen betonten. Während sich in der Klimadiskussion die Grünliberale Tiana Moser für griffigere Lenkungsmassnahmen einsetzte, war Jositsch ein breit abgestützter Konsens wichtig und Noser betonte, dass auch die Freisinnigen schon lange eine zielorientierte Umweltpolitik betrieben. Roger Köppel (SVP) bezog hingegen die Extremposition und erklärte, schärfere Klimaauflagen seien «industrieller Selbstmord».

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Die Diskussion wurde mehrmals emotional, weil Köppel auf jeden Anwurf eine Antwort geben wollte und darum mehr Redezeit forderte. So auch bei der Diskussions ums EU-Rahmenabkommen. Köppel warnte vor dem «EU-Diktat» und sagte: «Dieser Vertrag gehört in den Mistkübel.» Noser hielt dagegen: «Als Unternehmer sage ich: Der Marktzutritt zur EU ist für uns entscheidend.»

«Als Unternehmer sage ich: Der Marktzutritt zur EU ist für uns entscheidend.»Ruedi Noser

Richtig gesittet ging es hingegen beim Thema Altersvorsorge und Rentenalter zu und her, das nur von den Aussenseiter-Kandidierenden Marionna Schlatter (Grüne), Nicole Barandun (CVP) und Nik Gugger (EVP) diskutiert wurde. Schlatter sprach sich dabei für ein flexibles Rentensystem ab 50 Jahren aus: «Erst mit Siebzig in Pension zu gehen, schockiert mich.» Barandun sagte hingegen: «Auch Frauen müssen bis 65 arbeiten. Auch hier gilt Gleichberechtigung.» Gugger sagte: «Wir haben eine höhere Lebenserwartung, darum müssen wir das Rentenalter anpassen.»

«Wir haben eine höhere Lebenserwartung, darum müssen wir das Rentenalter anpassen.»Nik Gugger

Bei den Fragen aus dem Publikum wurde es beim Thema Trinkwasser noch einmal emotional. Und es zeigte sich dasselbe Muster: Während Köppel sagte, die Schweiz sorge «schon seit Jahrhunderten» für eine nachhaltige Landwirtschaft, erklärte Moser, die Trinkwasser-Initiative müsse unbedingt angenommen werden. Noser konterte, die Initiative gehe zu weit. Und Jostisch sagte draufhin, es brauche eine gemässigte Lösung.

Erstellt: 17.09.2019, 22:04 Uhr

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