Zum Hauptinhalt springen

Jugendliche begehen mehr Delikte im digitalen Raum

Die Zahl der von Kindern und Jugendlichen ausgeübten digitalen Delikte hat im vergangenen Jahr im Kanton Zürich zugenommen. Online lauern viele Gefahren auf die Heranwachsenden.

Im World Wide Web können viele verschiedenen Straftaten begangen werden. Gerade auf Social Media ist das Deliktpotenzial gross.
Im World Wide Web können viele verschiedenen Straftaten begangen werden. Gerade auf Social Media ist das Deliktpotenzial gross.
Marlene Hiltpold

Bei Strafuntersuchungen gegen Minderjährige im Kanton Zürich sind immer häufiger Internet und Smartphone im Spiel. Pornographie, Gewaltdarstellungen, Ehrverletzungen, Drohungen und Nötigungen finden vermehrt online statt. Viele Jugendliche sind sich der Tragweite ihres Handelns im digitalen Raum nicht bewusst.

Pornographie, Gewaltdarstellungen, Ehrverletzungen, Drohungen und Nötigungen – die Liste der digitalen Delikte ist lang

Nach einem Rückgang im Jahr 2016 hat die Zahl der beschuldigten Jugendlichen bei den im digitalen Raum begangenen Straftaten im Jahr 2017 wieder zugenommen. Sie bewege sich jedoch insgesamt noch auf moderatem Niveau, teilte die Oberjugendstaatsanwaltschaft am Freitag mit.

Trotz zahlreicher präventiver Anstrengungen zeigten sich viele Jugendliche von der digitalen Welt überfordert und agierten impulsiv, ohne an die möglichen Folgen zu denken. Ziel der durch die Oberjugendanwaltschaft zum dritten Mal durchgeführten Erhebung ist es, Jugendliche und Eltern zu sensibilisieren.

14-Jährige wegen Pornograpie verurteilt

Neben strafrechtlichen Konsequenzen können Handlungen wie Cybermobbing oder der Versand von Nacktbildern massive persönliche Schädigungen zur Folge haben, welche die betroffenen Jugendlichen über Jahre hinweg immer wieder einholen, wie es in der Mitteilung heisst.

Gegen 81 Minderjährige wurde 2017 im Kanton Zürich ein Strafverfahren wegen Pornographie eröffnet (2016: 43). In jedem zweiten Fall ging es um die Weiterverbreitung von pornographischem Material. In knapp jedem fünften Fall erstellten Jugendliche von sich selbst pornographische Fotos oder Videos.

Was als Liebesbeweis gedacht ist, kann jedoch schnell in falsche Hände geraten und unter Umständen als Druckmittel eingesetzt werden.

Die Oberjugendanwaltschaft verweist auf den Fall einer 14-Jährigen, die von Bekannten um Nacktbilder gebeten wird. Sie fühlt sich geschmeichelt und verschickt Fotos und Videos per Chat an mehrere minderjährige Kollegen. Dafür wird sie wegen Pornographie verurteilt.

Auch bei Gewaltdarstellungen wurde eine Zunahme registriert. Insgesamt gab es 43 Verzeigungen (2016: 18). 80 Jugendliche wurden wegen Verleumdung, übler Nachrede oder Beschimpfung angezeigt. Im Vorjahr waren es 57.

Während Mädchen in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich viele Ehrverletzungen begingen, blieb die Anzahl der weiblichen Beschuldigten 2017 gleich. Die Zahl der männlichen nahm dagegen zu. Drohungen und Nötigungen finden meistens offline statt, aber auch dabei ist eine Zunahme zu beobachten. Im vergangenen Jahr fand jede dritte Drohung im digitalen Raum statt, 2016 war es nur jede vierte.

SDA/huy

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch