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Junge Mutter liess ihr Neugeborenes in Kübel sterben

Eine Frau aus dem Bezirk Horgen hat sich nicht um ihr neugeborenes Kind gekümmert und es sterben lassen. Die Frau muss sich deshalb im Oktober vor dem Bezirksgericht Horgen wegen Kindstötung verantworten.

Die Frau wird sich im Oktober wegen Kindstötung vor dem Bezirksgericht Horgen verantworten müssen.
Die Frau wird sich im Oktober wegen Kindstötung vor dem Bezirksgericht Horgen verantworten müssen.
Keystone

Sie muss mit der Situation total überfordert gewesen sein. Eine wohl junge Frau aus dem Bezirk Horgen bringt Anfang 2016 ein Kind zur Welt. Alleine, im Badezimmer der elterlichen Wohnung. Sie durchtrennt die Nabelschnur und steckt das Neugeborene, das an einer Lungenentzündung leidet, in einen Plas­tik­kübel. Sie bedeckt das Kind mit Kleidern und Wäschestücken und stellt den Eimer in den Kleiderschrank ihres Schlafzimmers. Dann kümmert sie sich nicht mehr um das Neugeborene. Frühestens nach 20 Minuten, vermutlich nach mehreren Stunden stirbt es an akutem Herzversagen. So steht es in der Anklageschrift, die der ZSZ vorliegt.

Die Staatsanwaltschaft IV, die für Gewaltdelikte zuständig ist, klagt die Frau nun wegen Kindstötung an. Im Oktober muss sie am Bezirksgericht Horgen erscheinen. Die Anklageschrift lässt viele Fragen offen. Etwa, wie die Frau, die offenbar bei den Eltern wohnte, unbemerkt ein Kind zur Welt bringen kann. Die Eltern waren zum Zeitpunkt der Geburt in der Wohnung. Warum sich die Beschuldigte nicht um das Baby gekümmert hat, bleibt ebenfalls im Dunkeln.

Zum Schutz der Frau wurde das Dokument stark eingeschwärzt. Auf Anweisung des Vorsitzenden Richters. Eine ungewöhnliche Massnahme. In der Regel haben akkreditierte Journalisten freie Einsicht in Anklageschriften. Aus dem vorliegenden Dokument lässt sich aber einzig schliessen, dass die Frau im Bezirk Horgen wohnhaft ist und zum Tatzeitpunkt erwachsen gewesen sein muss. Sonst wäre ihr Fall vom Jugendgericht verhandelt worden.

Sie ist geständig

Klar ist auch, dass die Frau geständig ist. Denn der Fall wird im abgekürzten Verfahren verhandelt, was ohne klare Faktenlage und Geständnis nicht möglich ist. Das heisst, dass sich Staats­anwalt­schaft und Verteidigung auf eine Strafe geeinigt haben. Dem Bezirksgericht obliegt es nur noch, zu prüfen, ob der Ur­teils­vor­schlag angemessen ist.

Konkret soll die Frau mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten bedingt und einer Busse von 500 Franken belegt werden. Die Probezeit betrüge 3 Jahre. Die Frau wurde schon früher straffällig. Ein Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zug über eine bedingte Geldstrafe von knapp 3000 Franken ist aufgeführt. Wofür dieser ausgesprochen wurde, geht aus der Anklageschrift nicht hervor. Die Probezeit soll bei einer Verurteilung um ein Jahr verlängert werden, auf 3 Jahre. Die Beschuldigte soll sich einer ambulanten Behandlung unterziehen, so der Vorschlag von Staatsanwalt und Verteidigung.

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