Zum Hauptinhalt springen

Kanton verdient drei Millionen mit Negativzinsen

Die seit mehreren Jahren herrschenden Negativzinsen entlasten den Staatshaushalt in Millionenhöhe.

Negativzinsen können auch positive Effekte haben.
Negativzinsen können auch positive Effekte haben.
pd

Der Kanton Zürich schiebt ständig Geld umher: Denn er darf weder zu viel noch zu wenig auf seinen Konten haben - ansonsten muss er Negativzinsen zahlen oder er kann die Löhne nicht zahlen.

Dass der Kanton stets über genügend flüssige Mittel verfügt, um seinen Verpflichtungen nachzukommen, dafür sorgt die Tresorerie der Finanzverwaltung. Sie legt einerseits nicht benötigtes Geld an und beschafft andererseits mittel- bis langfristig Kapital.

Dieses «Cash-Management» ist nur schon aufgrund der Dimensionen des Zürcher Staatshaushaltes äusserst komplex. So werden beispielsweise jeden Monat mehr als 42'000 Lohnauszahlungen vorgenommen, wie Finanzdirektor Ernst Stocker (SVP) am Freitag auf seinem traditionellen Sommerspaziergang mit den Medien ausführte.

Damit unter anderem Lehrer, kantonale Steuersekretäre und Staatsanwälte ihre Entlöhnung auch enthalten, muss natürlich am 25. jeweils das entsprechende Geld auf den kantonalen Bankkonten bereit liegen - rund 380 Millionen Franken sind das gemäss Stocker.

Wenn Geld plötzlich kostet

Der Kanton muss aber bei seinem «Cash-Management» nicht nur darauf achten, dass er jeweils genügend flüssige Mittel hat. Er darf heute auch nicht zu viel davon haben - andernfalls könnten Negativzinsen fällig werden und Zürich würde Geld verlieren.

Dieses Zinsumfeld zeigt sich gemäss Stocker etwa bei den Bundessteuern, welche die Kantone im Auftrag des Bundes einziehen. Dieses Geld, das früher bei den Kantonen gern noch etwas liegenblieb, um Zinsen einzufahren, wird heute so schnell als möglich nach Bern weitergereicht.

Das «Cash-Management» des Kantons Zürich ging diesbezüglich auf. Im Jahr 2017 musste er, weil die Vermögens-Limiten bei den Banken kurzfristig überschritten waren, zwar rund 0,9 Millionen Franken an Negativzinsen zahlen.

Doch stehen dem Einnahmen von über 3,9 Millionen Franken gegenüber; unter anderem institutionelle Anleger haben dem Kanton Geld geliehen und dafür auch noch Zinsen bezahlt.

Null Prozent auf sieben Jahre

Dass sich das Zinsumfeld kurzfristig ändert, ist nicht zu erwarten: Der Kanton Zürich hat gerade 240 Millionen Franken aufgenommen - und dies zu einem Zins von 0,00 Prozent und einer Laufzeit von sieben Jahren. Der Kanton Zürich sei ja auch einer der besten Schuldner, die es gebe, meinte Ernst Stocker dazu. Aber überrascht habe es ihn doch, dass eine solche Anleihe möglich gewesen war.

Von den aktuellen Anleihen des Kantons beläuft sich der durchschnittliche Zins auf 1,15 Prozent. Dieser Wert dürfte weiter sinken - denn die Anleihe mit dem höchsten Zins (3,15 Prozent) läuft Ende 2020 aus.

Zweitgrösster öffentlicher Haushalt

Am diesjährigen Sommerspaziergang zeigte Stocker die Dimensionen des Zürcher Staatshaushaltes auf: Dieser ist mit einem Ertrag von 15,6 Milliarden Franken landesweit der zweitgrösste. Er rangiert damit deutlich hinter dem Bund (knapp 70 Milliarden) und vor dem Kanton Bern (11,3 Milliarden) und der Stadt Zürich (9 Milliarden).

Der lockere Medienanlass führte diesmal nach Dietikon: Dort zeigte Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP), wie sich in der Limmattaler Stadt neben Altem - etwa dem Bahnhof der Spanisch-Brötli-Bahn - viel Neues - unter anderem das neue Quartier Limmatfeld mit dem Hochhaus Limmat Tower - entwickelt.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch