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Kantonsrat lehnt Energie-Etikette ab

Der Zürcher Kantonsrat stimmte am Montag über Ausweise zur Energieeffizienz von Gebäuden ab. Die parlamentarische Initiative wurde aber abgelehnt.

Der Zürcher Kantonsrat lehnt eine Energie-Etikette für Gebäude ab.
Der Zürcher Kantonsrat lehnt eine Energie-Etikette für Gebäude ab.
Keystone

Keine Ausweise zur Energieeffizienz von Gebäuden: Der Zürcher Kantonsrat hat am Montag eine parlamentarische Initiative mit 94 zu 66 Stimmen abgelehnt.

Gebäude haben einen grossen Anteil am gesamten Energieverbrauch. So hat die Energieforschung der Stadt Zürich ermittelt, dass in der Gebäudeinfrastruktur rund 70 Prozent des Endenergieverbrauchs der Stadt Zürich anfällt.

In diesem Bereich setzt der Gebäudeausweis der Kantone (GEAK) an. Über diese Energie-Etikette für Gebäude hat der Kantonsrat am Montag debattiert. Eine Parlamentarische Initiative von GLP, EVP und Grünen verlangt einen GEAK für alle Wohnbauten, die zum Verkauf angeboten werden und älter als zehn Jahre sind.

Gut für die Umwelt...

Die Befürworter im Rat argumentierten mit Umweltschutz und Transparenz bei Kauf und Verkauf von Immobilien. «Der energetische Zustand von Liegenschaften ist oft nicht klar», sagte Max Homberger (Grüne, Wetzikon), «im Kanton Freiburg ist der GEAK seit 2000 im Gesetz verankert.»

Der Ausweis mache eine zukunftsorientierte Energiepolitik einfacher, sagte Daniel Sommer (EVP, Affoltern am Albis). «Er ist ein einfaches Instrument beim Hauskauf und um zu wissen, welche Investitionen sich lohnen.» Die Kosten für einen normalen GEAK beliefen sich auf unter tausend Franken, sagte Barbara Schaffner (GLP, Otelfingen). Ruedi Lais (SP, Wallisellen) verwies auf die alten Wohnhäuser, deren Energieeffizienz zwar häufig schlecht sei, deren Besitzer jedoch wenig Initiative zeigten, daran etwas zu ändern. Mit einem verbindlichen GEAK würde sich dies ändern.

...oder schlecht für die Hausbesitzer?

Die rechte Ratsseite hielt dem entgegen, dass ihrer Meinung nach Liegenschaftenbesitzer ohnehin mit zu vielen Auflagen zu tun hätten. «Wir wollen keine weiteren Vorschriften mehr», sagte Jacqueline Hofer (SVP, Dübendorf). Hausbesitzer sollten selber bestimmen können, was sie mit ihrer Liegenschaft machen.

Orlando Wyss (SVP, Dübendorf) nannte den GEAK eine bürokratische Hürde; denn jeder Käufer könne doch anhand eines Augenscheins und der Unterlagen entscheiden. «Der Ausweis verteuert das Kaufobjekt».

Auch Baudirektor Markus Kägi (SVP) hielt wenig von der parlamentarischen Initiative. Jeder Hausbesitzer könne freiwillig einen GEAK in Auftrag geben. «Lassen wir doch die Liegenschaftsbesitzer selbst die Verantwortung tragen.»

Der Kantonsrat hatte im März 2015 die Parlamentarische Initiative von GLP, EVP und Grünen mit 81 Stimmen vorläufig unterstützt. Knapp zwei Jahre später fand die PI im Rat jedoch keine Mehrheit.

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