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Kantonsrat will Küchenchefs nicht bevormunden

Den kantonalen Kantinenbetreibern soll nicht vorgeschrieben werden, dass sie sorgfältiger mit Lebensmitteln umgehen müssen. Der Kantonsrat hat ein Postulat gegen «Food Waste» abgelehnt.

In Kantinen, die vom Kanton betrieben werden, wird nicht speziell gegen «Food Waste» vorgegangen. Der Kantonsrat hat ein entsprechendes Postulat der Grünliberalen abgelehnt.
In Kantinen, die vom Kanton betrieben werden, wird nicht speziell gegen «Food Waste» vorgegangen. Der Kantonsrat hat ein entsprechendes Postulat der Grünliberalen abgelehnt.

Den kantonalen Kantinenbetreibern soll nicht vorgeschrieben werden, dass sie sorgfältiger mit Lebensmitteln umgehen müssen. Der Kantonsrat hat am Montag mit 99 zu 70 Stimmen ein Postulat der Grünliberalen verworfen, in welchem Massnahmen gegen Food Waste gefordert wurden.

Der Kanton betreibt direkt oder indirekt an verschiedenen Standorten Küchen: Er lässt in Gefängnissen, an der Universität, an Fachhochschulen, in der kantonalen Verwaltung und an vielen weiteren Orten kochen.

Der Kanton müsse seine Vorbildfunktion wahrnehmen, forderte die GLP in einem Postulat. Der Regierungsrat solle Massnahmen ergreifen, damit in seinen Küchen der Anteil von Lebensmitteln, die ungenutzt weggeworfen werden, reduziert werde.

Der Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung sei nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus ökonomischen und globalethischen Gründen relevant, hielt Sonja Gehrig (GLP, Urdorf) fest.

Ein Nein trotz Unterstützung

Im Grundsatz stimmten ihr am Montag Mitglieder aller Kantonsratsfraktionen zu. «Food Waste ist verwerflich», sagte etwa Lorenz Schmid (CVP, Männedorf), der in seinem flammenden Votum auch von einer «sinnlosen Verschwendung» sprach.

Dennoch stiess das Postulat bei Schmid auf keine Unterstützung. «Das ist kein politisches, sondern ein gesellschaftliches Thema.» Es brauche keine politischen Vorstösse, sondern vernünftiges Handeln.

Das Problem der Lebensmittelverschwendung könne den Kantinenbetreibern autonom und dezentral überlassen werden, sagte Hans-Peter Brunner (FDP, Horgen). Da müsse nicht erst der schwerfällige Polit-Motor angeworfen werden, um neue Regulatorien zu schaffen.

Das Thema sei doch abgehakt, meinte auch Ernst Bachmann (SVP, Zürich). Der Gastro-Suisse-Vizepräsident wies darauf hin, dass auf den Aspekt in der Ausbildung und in den Betrieben bereits seit mehreren Jahren eingegangen werde.

Es gebe durchaus Kurse für Resteverwertung, bestätigte Hanspeter Göldi (SP, Meilen), der Mitglied des Kochverbands ist. Das Ziel, in Zukunft noch weniger Lebensmittel zu verschwenden, sei aber sehr sinnvoll. «Man könnte noch mehr machen.»

Die Befürworter des Vorstosses blieben aber in der Minderzahl. Das Postulat wurde in der Folge mit 99 zu 70 Stimmen nicht an den Regierungsrat überwiesen.

SDA/mst

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