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«Parkhausmörderin» bleibt verwahrt

Die «Parkhausmörderin», die als «gefährlichste Frau der Schweiz» bekannt wurde, bleibt weiterhin in der Strafanstalt Hindelbank verwahrt. Das Zürcher Obergericht hat entschieden, dass ihre Verwahrung nicht in eine stationäre Massnahme umgewandelt wird.

«Parkhausmoerderin», 2. von rechts, vor dem Bezirksgericht Zuerich, wo 2016 vdie Verwahrungsüberprüfung der Frau verhandelt wurde. Die heute 43-Jährige ist seit 1998 unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen inhaftiert. Ihr wurden bei der Verhandlung 2001 zwei Tötungen und zahlreiche weitere schwere Delikte nachgewiesen.
«Parkhausmoerderin», 2. von rechts, vor dem Bezirksgericht Zuerich, wo 2016 vdie Verwahrungsüberprüfung der Frau verhandelt wurde. Die heute 43-Jährige ist seit 1998 unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen inhaftiert. Ihr wurden bei der Verhandlung 2001 zwei Tötungen und zahlreiche weitere schwere Delikte nachgewiesen.
Keystone

Das Obergericht anerkennt zwar, dass die als «gefährlichste Frau der Schweiz» bekannt gewordene Mörderin in der Strafanstalt Hindelbank deutliche Fortschritte gemacht hat. Ziel einer stationären Massnahme nach Artikel 59 sei es aber, dass sich mit einer Therapie die Gefahr von Rückfällen ausserhalb der Gefängnismauern verringern lasse, schreibt das Gericht in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Eine «Hoffnung auf Rückfallfreiheit» und somit dereinst eine bedingte Entlassung sei in ihrem Fall jedoch nicht realistisch. Es müsse weiter eine Gefahr für die Bevölkerung befürchtet werden. Ihre Beschwerde werde deshalb abgewiesen.

Das Zürcher Obergericht entschied somit gleich wie das Bezirksgericht Zürich im Februar. Auch diese Richter waren zum Schluss gekommen, dass eine Therapie derzeit wenig aussichtsreich sei. Das Urteil des Obergerichtes ist noch nicht rechtskräftig. Die «Parkhausmörderin» kann es noch ans Bundesgericht weiterziehen.

Bald mehr Kontakt zu anderen

Das Obergericht rät der Frau, sich weiterhin den Behandlungen zu unterziehen, die bereits am Laufen sind. Neben einem wöchentlichen Gespräch bei einer Psychologin arbeitet die «Parkhausmörderin» mit Holz und Metall und treibt viel Sport. Ihre engste Vertraute ist «Zeus», eine Katze, die ihr im Gefängnis Gesellschaft leistet.

Während Jahren lebte die «Parkhausmörderin» in der höchsten Sicherheitsstufe, was komplette Isolation bedeutet - zum Schutz der anderen Insassinnen und der Angestellten. In den vergangenen drei Jahren konnten die Bedingungen etwas gelockert werden, ohne dass es zu Zwischenfällen gekommen wäre. Heute darf sie mit anderen Frauen essen und manchmal auch mit ihnen arbeiten. Spazieren im Hof muss sie aber alleine. Sie ist als einzige mit einem Gitter von den anderen abgetrennt.

Dank ihren Fortschritten im Umgang mit anderen Menschen wird das Haftregime aber voraussichtlich noch dieses Jahr gelockert. Sie soll in eine so genannte Integrationsgruppe verlegt werden, in der sie mehr Kontakt zu anderen Insassinnen haben wird.

Wahllos Frauen erstochen

Die «Parkhausmörderin» wurde schon als Jugendliche straffällig, anfangs mit Vandalenakten und Brandstiftungen. In den 1990er-Jahren erstach sie in Zürich zwei Frauen, die ihr zufällig über den Weg liefen - eine in einem Parkhaus, die andere beim China-Garten am See. Ein drittes Opfer überlebte den Angriff.

Als Begründung gab sie an, dass sie «Frauen nicht besonders möge». Das Obergericht verurteilte sie 2001 wegen mehrfachen Mordes, versuchten Mordes, Brandstiftung, Raub und anderer Delikte zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe mit Verwahrung.

SDA/past

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