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Keine privaten Heliflüge auf den Uetliberg

Nach einem jahrelangen Rechtsstreit hat die Baudirektion den überarbeiteten Gestaltungsplan Uto Kulm öffentlich aufgelegt. Er beinhaltet unter anderem ein Helikopterverbot.

Die Gebühr für die Benutzung des Aussichtsturms bleibt weiterhin bestehen.
Die Gebühr für die Benutzung des Aussichtsturms bleibt weiterhin bestehen.
Keystone

Die Zürcher Baudirektion nimmt einen neuen Anlauf und legt den Gestaltungsplan «Uto Kulm» öffentlich auf. Gemäss Vorlage sind private Helikopterflüge auf den Zürcher Hausberg künftig ausgeschlossen. Zudem darf auf der Terrasse des Uto Kulm nicht mehr gebaut werden. Die 4000 Autofahrten pro Jahr auf den Gipfel bleiben dagegen erlaubt.

Nach jahrelangem juristischem Tauziehen hat die Baudirektion am Freitag den überarbeiteten Gestaltungsplan Uto Kulm öffentlich aufgelegt. Sie ist überzeugt, dass dieser «ausgewogen ist und den verschiedenen Interessen gerecht wird», wie sie in einer Mitteilung schreibt. Neben dem Helikopterverbot und dem Bauverbot auf der Terrasse werden künftig auch die Beleuchtungsmöglichkeiten eingeschränkt. Die öffentlich zugängliche Fläche ist laut Baudirektion nach wie vor gesichert.

Nicht gerüttelt wird an der von Uto-Kulm-Hotelier Giusep Fry dieses Jahr eingeführten Gebühr für die Benutzung des Aussichtsturms. Zudem darf Fry WC-Gebühren erheben. Die Aussenflächen kann Fry temporär für Veranstaltungen nutzen. Laut Baudirektion sind die Rahmenbedingungen jedoch eng gesetzt, die Tage an denen Veranstaltungen stattfinden dürfen, sind abschliessend definiert. Durch diese konkreten Vorgaben werde die Rechtssicherheit erhöht, heisst es in der Mitteilung. So müsse nun nicht mehr bei jedem Anlass über grundlegende Regelungen verhandelt werden.

Langjähriger Rechtsstreit um den Gipfel

Über dreieinhalb Jahre sind vergangen, seit die Baudirektion den kantonalen Gestaltungsplan Uto Kulm festgesetzt hat. Dieser sollte auf dem Zürcher Hausberg Klarheit darüber schaffen, was rechtlich erlaubt ist und was nicht.

Verschiedene Umweltverbände legten jedoch Rekurs ein, weil ihrer Meinung nach der Plan dem Hotelier «allzu weit» entgegenkomme und zu wenig Rücksicht auf Natur und Landschaft nehme. Schliesslich wies das Verwaltungsgericht den Gestaltungsplan an die Baudirektion zurück.

Trotz Einschränkungen zeigt sich Grundeigentümer und Hotelier Fry mit dem nun vorgelegten überarbeiteten Gestaltungsplan «im Grossen und Ganzen» zufrieden, wie er in einer Mitteilung schreibt. Er kündigte jedoch an, innert der gegebenen Frist «konstruktive Vorschläge» einzubringen.

Verein Pro Uetliberg droht mit Rekurs

Kein gutes Haar am Entwurf lässt dagegen die Präsidentin des Vereins Pro Uetliberg, Margrith Gysel. «Wir haben das Gefühl, Herr Fry hat alles bekommen, was er wollte», sagte sie auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Ihrer Meinung nach ist die freie Zugänglichkeit keineswegs garantiert. Dass vier Anlässe à drei Wochen möglich sind, sei inakzeptabel, sagte sie. Zudem gebe es keinerlei Grund, die Beleuchtung bis 0.30 Uhr zu erlauben. Dies passe nicht in ein geschütztes Gebiet. «Wenn sich am Gestaltungsplan nach der Auflage nichts ändert, werden wir sicher dagegen rekurrieren.»

Der Gestaltungsplan «Uto Kulm» liegt bis zum 18. Januar 2016 öffentlich auf. Bis dahin kann sich jeder und jede zum Entwurf äussern. Voraussichtlich im Frühling werden die Ergebnisse der Auflage ausgewertet und die Überarbeitung des Entwurfs abgeschlossen sein.

Für die Festsetzung des Gestaltungsplans ist die Baudirektion zuständig. Falls keine Rechtsmittel ergriffen werden, tritt der Plan voraussichtlich Mitte 2016 in Kraft.

SDA/ori

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