Zürich

Kommissionen fordern Mittelspur für Rosengartentunnel

Der Rosengartentunnel in der Stadt Zürich soll eine zusätzliche Mittelspur erhalten. Diese soll für mehr Sicherheit sorgen. Dafür haben sich die bürgerlichen Mehrheiten der kantonsrätlichen Kommissionen ausgesprochen.

Die Anwohner an der stark befahrenen Rosengartenstrasse in Zürich sollen unter anderem durch einen Tunnel vom Verkehr entlastet werden. Für diesen wird nun eine zusätzliche Mittelspur verlangt.

Die Anwohner an der stark befahrenen Rosengartenstrasse in Zürich sollen unter anderem durch einen Tunnel vom Verkehr entlastet werden. Für diesen wird nun eine zusätzliche Mittelspur verlangt. Bild: Keystone

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Nach einem Jahr intensiver Arbeit haben die Kommissionen für Planung und Bau (KPB) und für Energie, Verkehr und Umwelt (KEVU) die Beratungen zum «Rosengartenprojekt» abgeschlossen, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag. Zur Arbeit gehörte auch ein gemeinsamer Augenschein vor Ort. Die KPB hörte zudem den Stadtrat sowie Quartiervereine und die «IG Westtangente plus» an.

Die Mehrheiten von KPB und KEVU befürworten das Projekt «Rosengartentram und Rosengartentunnel» und der zugehörigen Richtplanänderung. Mit 10 zu 5 Stimmen beantragt die KPB dem Kantonsrat, der Gesetzes- und Kreditvorlage zuzustimmen. Ebenfalls mit 10 zu 5 Stimmen ist die KEVU für die Richtplanänderung.

Für die bürgerlichen Mehrheiten soll die «unhaltbare Situation des immissionsgeplagten, geteilten Stadtquartiers» an der Rosengartenstrasse nachhaltig verbessert werden. Die Lösung berücksichtige die Bedürfnisse von öffentlichem Verkehr und Strassenverkehr gleichermassen.

Sie fordern zudem für die geplante zweispurige Tunnelröhre zwischen dem Bucheggplatz und der Hirschwiesenstrasse eine Mittelspur. Diese erhöhe nicht die Kapazität, sondern die Sicherheit. Damit soll zudem vermieden werden, dass der Verkehr bei Unfällen oder Unterhaltsarbeiten nicht an die Oberfläche ausweichen muss.

Der Bau der Mittelspur kostet 70 Millionen Franken. Der Kredit erhöht sich dadurch auf insgesamt 1,1 Milliarden Franken. Dies sei zwar ein hoher finanzieller Betrag, aber die Chancen des Projekts müssten heute genutzt werden: «Sonst wird sich für weitere Jahrzehnte nichts bewegen.» Wird gegen einen positiven Kantonsratsbeschluss das Referendum ergriffen, könne zudem letztlich das Volk darüber abstimmen.

SP, Grüne und GLP gegen Projekt

SP, Grüne und GLP sind gegen das Rosengartenprojekt. Für die Minderheiten von KPB und KEVU setzt das Projekt weiter auf die Strasse «als massgeblichen Verkehrsweg der Zukunft». Die neue Strassenverbindung von West nach Ost werde unweigerlich Mehrverkehr anziehen.

Auch ist für die Minderheiten das Kosten-/Nutzenverhältnis des Projekts sehr schlecht mit über einer Milliarde Franken für 600 Meter Strasse. Das Geld sei in anderen und günstigeren Massnahmen gegen Strassenlärm im Kanton besser angelegt.

Auch würden die Tunnelportale die Entwicklung des Quartiers weiter stark negativ beeinflussen. «Die Rosengartenproblematik und die Quartierbevölkerung haben eine bessere und günstigere Lösung verdient.» Die GLP will zudem die Richtplanänderung zurückweisen: Sie fordert stattdessen eine entsprechende unterirdische öV-Lösung im Gebiet.

In einer Mitteilung vom Freitag kündigt der VCS Zürich bereits an, sich mit mit allen Mitteln «gegen dieses unsinnige und absurd teure Projekt» zur Wehr zu setzen und zwar als erstes mit dem Referendum gegen den Kantonsratsbeschluss.

Das Geschäft soll noch in dieser Legislatur im Kantonsrat beraten werden. Im letzten Oktober hiess es, dass «aus heutiger Sicht der Tunnel ab 2030 und das Tram ab 2032 in Betrieb genommen werden können». (mst/sda)

Erstellt: 06.07.2018, 11:31 Uhr

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