Zum Hauptinhalt springen

Kriminalitätsrate im Kanton Zürich sinkt und sinkt

Im Kanton Zürich wurden 2016 so wenig Delikte registriert, wie noch nie. Vor allem die Zahl der Einbrüche hat stark abgenommen.

Die Kriminalität im Kanton Zürich ist im vergangenen Jahr erneut deutlich zurückgegangen. Es wurden über 6600 Delikte weniger registriert als 2015. Immer häufiger nutzen Kriminelle den Computer für Erpressung und Betrug. Immenser wirtschaftlicher Schaden entsteht durch Konkursreiterei.

Die Zahl der Delikte gemäss Strafgesetzbuch weist seit 2006 - mit Ausnahme des Jahres 2012 - eine sinkende Tendenz auf. 2016 ging die Zahl der Straftaten um 5,1 Prozent zurück. Das sind mehr als 4700 Fälle weniger als im Vorjahr, was dem tiefsten Wert seit der Einführung der Kriminalitätsstatistik im Jahr 1980 entspricht.

Sind Einbrecher im Kanton Zürich gescheiter als in anderen Kantonen? Christiane Lentjes Meili, Chefin Kriminalpolizei der Kantonspolizei Zürich im Interview. Video: Patrick Gut

Hauptgrund für den Rückgang der Gesamtkriminalität ist die Abnahme von Vermögensdelikten. Vor allem die Zahl der Einbrüche nahm weiter ab. Polizeiliche Präventionskampagnen, Schwerpunktaktionen, Kriminalanalysetools, Spezialtrainings und die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen zeigen laut Kantonspolizei positive Wirkung.

Opfer häuslicher Gewalt erstatten Anzeige

Eine Zunahme um 11,8 Prozent gab es bei den Straftaten gegen Leib und Leben. Ausserdem stieg die Zahl der Opfer von Tötungsdelikten von acht im Vorjahr auf zehn im Jahr 2016. Insgesamt nahm aber vor allem die minderschwere Gewalt zu, wie etwa Tätlichkeiten und einfache Körperverletzung.

Ins Gewicht fallen hier vor allem deutlich mehr Strafanzeigen wegen häuslicher Gewalt. Die Bereitschaft der Opfer, Anzeige zu erstatten, steigt. Dies sei auch ein Erfolg der polizeilichen Arbeit, betonte Christiane Lentjes Meili, Chefin der Kriminalpolizei der Kantonspolizei am Montag vor den Medien.

Digitalisierung der Kriminalität

Eine auffällige Zunahme um 63,8 Prozent gab es bei der Zahl der gemeldeten Erpressungen. Dabei nutzen die Täter vor allem das Internet. «Auch in der Kriminalität hat die Digitalisierung Einzug gehalten», sagte Felix Lengweiler, Chef der Kriminalabteilung der Stadtpolizei Zürich. Die Opfer werden dabei mit sexuellen Bildern oder auch mit Hackerangriffen erpresst.

So wurden beispielsweise mehr DDoS-Attacken gemeldet. Das sind Angriffe, bei denen Webseiten mit sinnlosen Anfragen überflutet werden, bis sie abstürzen. Auch bei Betrugsdelikten spielt das Internet immer häufiger eine Rolle.

Immenser Schaden durch Konkursmissbrauch

Deutlich zugenommen haben Delikte im Zusammenhang mit Konkursmissbrauch. So haben so genannte Firmenbestatter regelrechte kriminelle Strukturen entwickelt. Dabei machen sie sich Zahlungsschwierigkeiten ahnungsloser Kleinunternehmer zu nutze. Sind diese überschuldet und müssten eigentlich Konkurs anmelden, tritt ein Vermittler auf den Plan.

Dieser übernimmt die Firma gegen eine Provision und gibt sie an den Bestatter weiter. Dieser verspricht zwar die ordentliche Auflösung des Unternehmens, verlegt aber einfach seinen Geschäftssitz und nutzt die Zeit für Bestellungs-, Leasing- oder Sozialversicherungsbetrug. Mit dem anschliessenden Konkurs sind dann die Schulden weg und den Schaden haben private Gläubiger und die öffentliche Hand.

Eine Sonderkommission der Kantonspolizei hat hunderte solcher Fälle aufgedeckt, sagte Lentjes Meili. Sie geht von einem volkswirtschaftlichen Gesamtschaden von jährlich mehr als 100 Millionen Franken aus - allein im Kanton Zürich.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch