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Machtgehabe gegenüber Wehrlosen

Ein heftiger Tritt ins Gesicht eines Liegenden – dafür bekommt ein junger Täter eine bedingte Gefängnisstrafe.

Der Beschuldigte wird vom Bezirksgericht zu einer Strafe von 20 Monaten Freiheitsentzug verurteilt. Sie wird allerdings auf vier Jahre bedingt ausgesprochen.
Der Beschuldigte wird vom Bezirksgericht zu einer Strafe von 20 Monaten Freiheitsentzug verurteilt. Sie wird allerdings auf vier Jahre bedingt ausgesprochen.
Keystone

Der heute 20-jährige Beschuldigte trägt bei der Gerichtsverhandlung dick besohlte schwarze Schuhe. Die Vorstellung, damit einen Tritt ins Gesicht zu bekommen, tut weh. Der Kick, den der Beschuldigte seinem Opfer verpasste, war so heftig, dass sein Fuss anschwoll. Was für Schuhe der Beschuldigte bei dieser Tat trug, ist nicht Gegenstand der Verhandlung. Die Richterin jedenfalls sagt: «Sie hatten bei allem Elend einen Schutzengel, dass der Geschädigte nicht lebensgefährlich verletzt wurde.» Deshalb wird der 20-Jährige nur der versuchten schweren Körperverletzung angeklagt, nicht der vollendeten. Auch wenn das Opfer ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt und eine Kieferprellung, eine gebrochene Nase und eine mittelschwere Augenverletzung davontrug.

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