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Mit dem Stollen kommt die Sihl-Aufwertung

In Zusammenhang mit den Massnahmen zum Hochwasserschutz will der Kanton im Sihltal die Natur aufwerten. So soll ein Wehr verschwinden, was den Fischen zugutekommt. Das Aufheben eines Wanderwegs wiederum soll den Eisvögeln einen Lebensraum bieten.

Wanderweg weg: Am rechten Ufer der Sihl soll der Weg den Eisvögeln Platz machen. Der Ersatz für Jogger kommt auf die linke Seite.
Wanderweg weg: Am rechten Ufer der Sihl soll der Weg den Eisvögeln Platz machen. Der Ersatz für Jogger kommt auf die linke Seite.
Michael Trost

Rolf Schatz strahlt. Der Langnauer GLP-Gemeinderat spricht von einer «massiven Entschärfung» bezüglich Hochwasser und einem Ende des «ökomorphologischen schlechten Zustands» der Sihl in Langnau. Hintergrund sind die ökologischen Ersatzmassnahmen, die der Kanton Zürich in diesem Bereich plant.

An einer gemeinsamen Medienkonferenz präsentiert Christian Marti, Abteilungsleiter Wasserbau bei der Baudirektion, die Massnahmen am Mittwoch. Diese stehen in Zusammenhang mit dem Entlastungsstollen, den der Kanton zum Schutz der Stadt Zürich und des Sihltals plant. So soll etwa ein Teil des Wegs am rechten Ufer abgebrochen werden. Nördlich der Spinnerei soll er auf 550 Metern aufgehoben werden. So wird diese Uferseite wieder zu einem sogenannten Prallhang, wie Marti ausführt. Die Sihl wird daran «nagen» wie er es ausdrückt, also zu Erosion führen. So entsteht ein Lebensraum für Eisvögel. Der Wanderweg wird neu auf der linken Uferseite gebaut.

Zurück zum Wildfluss

Profitieren sollen aber auch Fische und Menschen. Das Wehr beim Gartendörfli wird nach den Plänen des Kantons aufgehoben. Das erleichtert einerseits den Fischen den Aufstieg und verringert andererseits das Risiko für Hochwasser. Weitere «Profiteure» sind Ringelnattern und Gelbbauchunken. Durch die Massnahmen werde der ursprüngliche Charakter der Sihl als Wildfluss wiederhergestellt, so Marti.

Neuigkeiten gibt es auch zur Gestaltung des Entlastungsstollens, der von der Sihl in den Zürichsee führt. Im Eingangsbereich soll ein sogenanntes Schlauchwehr dafür sorgen, dass der Abfluss gesteuert wird. Af diese Weise fliesst bei einer Öffnung der Schleuse nicht immer die gleiche Menge Wasser durch den zwei Kilometer langen Stollen. Das erlaubt der Sihl mehr Wasser zu führen, was wiederum der Dynamik des Flusses guttut.

Für Langnau hat die Aufwertung einen weiteren Vorteil: Bezahlt wird alles vom Kanton. Die Pläne werden voraussichtlich Ende 2018 oder anfangs 2019 öffentlich ausgelegt.

Neues am Seeufer

Noch offen ist, ob ein Wanderweg die Gattiker schneller an den Bahnhof Langnau-Gattikon bringen wird. Auf der Höhe des Bahnofs ist ein neuer Fussgängersteg geplant. Der Wanderweg, den sich die Gemeinde Thalwil wünscht, würde eine raschere Verbindung ermöglichen.

Neben den Massnahmen an der Sihl, stehen auch am anderen Ende des Stollens grosse Veränderungen an. Thalwil hat für die Neugestaltung des Seeufers bereits knapp fünf Millionen Franken bereitgestellt. Herzstück ist die Zusammenlegung der beiden Bürgerbadis. Zudem wird die Bootshaabe Bürger aufgehoben. Am Standort Farbsteig soll Erstaz für die Bootsplätze geschaffen werden. Zum neuen Wahrzeichen könnte aber auch ein Steg werden, der auf dem Fundament des Stollens geplant ist.

Vom unteridisch verlaufenden Bauwerk wird im Dorf übrigens kaum etwas zu sehen sein. Die Ausnahme wird oberhalb der Seestrasse sein, wo ein Entlüftungskamin gebaut wird. Der Stollen wird frühestens 2023 in Betrieb genommen. Der Kanton rechnet mit Kosten von 130 Millionen Franken.

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