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Mordanklage vor Bezirksgericht Affoltern

Ein 39-Jähriger soll einen ehemaligen Kollegen im Auto erschossen und bei Bonstetten in ein Tobel geworfen haben. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Verwahrung des Täters.

Der Mord ereignete sich im Januar 2009 in einem Waldstück in der Gemeinde Bonstetten.
Der Mord ereignete sich im Januar 2009 in einem Waldstück in der Gemeinde Bonstetten.
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Am 11. April ist am Bezirksgericht Affoltern am Albis eine Verhandlung wegen Mordes angesetzt. Die Tat an sich ist geklärt: Dasselbe Gericht hatte bereits im Dezember 2013 erkannt, dass der beschuldigte Albaner die Tat begangen hat.

Demnach hat der heute 39-jährige, in Italien wohnhafte Mann am Abend des 7. Januars 2009 einen im Bezirk Affoltern lebenden Landsmann getötet. Brutal und skrupellos, sagt die Staatsanwaltschaft.

Der Beschuldigte war damals zum Wohnort seines einst engen Freundes gefahren, um mit ihm über «ihre Dinge» zu reden. Diese Dinge waren Schulden in der Höhe von 30'000 Euro.

Vor dem Schuss öffnete er die Fensterscheibe

Für den Besuch nahm der 39-Jährige auch seine nichtsahnende Freundin mit. Gemäss Anklage aus einem heimtückischen Motiv - um so seinen ehemaligen engen Freund «in falscher Sicherheit zu wiegen».

Das Opfer, das in den Monaten zuvor den Kontakt zum drei Jahre jüngeren Landsmann aus Angst vermieden hatte, stieg denn auch in das Fahrzeug ein und nahm auf dem Beifahrersitz Platz. Nach einer kurzen Diskussion eskalierte der Streit.

Der angereiste Albaner hielt seinem Schuldner in einem Waldstück bei Bonstetten eine Pistole an den Kopf. Und er liess zur Vorbereitung der Tötung die Fensterscheibe auf der Beifahrerseite herunter, wie es in der Anklageschrift heisst.

Das Opfer weinte und bettelte um sein Leben. Vergebens. Der 39-Jährige schoss ihm in den Kopf, «wobei die Kugel wie erwartet auf der rechten Kopfseite wieder austrat». Danach warf er den Sterbenden «kopfüber in das Tobel».

Eine Fussgängerin fand den Toten am Tag danach. Der Beschuldigte wurde drei Wochen darauf in Italien verhaftet. Dort wurde er ebenfalls gesucht: Er hatte 1998 einen Nordafrikaner getötet, der eine unter seinem Schutz stehende Prostituierte ausgeraubt hatte. Dafür war er in Abwesenheit zu einer Freiheitsstrafe von 22 Jahren verurteilt worden.

Nun geht es um das Strafmass

Im ersten Teil der Verhandlung am Bezirksgericht Affoltern Ende 2013 hatte die Verteidigung auf unschuldig plädiert. Das Gericht gelangte in einem Zwischenentscheid jedoch zum Schluss, dass die Täterschaft des Beschuldigten erwiesen sei.

Im nun anstehenden zweiten Teil des Prozesses geht es einerseits um eine Nachtragsanklage, weil der Mann seine Freundin, die die Tötung auf dem Rücksitz mitverfolgen musste, in Lebensgefahr gebracht habe.

Andererseits geht es um die Höhe der Strafe. Die Staatsanwaltschaft fordert wegen Mordes eine lebenslängliche Freiheitsstrafe mit anschliessender Verwahrung. Der Antrag der Verteidigung ist noch nicht bekannt. Der Beschuldigte, der von Italien an die Schweiz ausgeliefert wurde, sitzt seit Juli 2010 in Haft.

SDA/mst

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