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Nach einer Odyssee der Gewalt wird ein Marokkaner ausgewiesen

Ein 33-jähriger Marokkaner, der unter ­anderem vom Bezirksgericht Horgen zu einer mehrjährigen ­Gefängnisstrafe verurteilt wurde, muss die Schweiz nun ­endgültig verlassen.

Das Bundesgericht entscheidet: Der Marrokaner muss die Schweiz verlassen.
Das Bundesgericht entscheidet: Der Marrokaner muss die Schweiz verlassen.
Keystone

Das Strafregister eines heute 33-jährigen Marokkaners ist lang. Bereits mit 14 Jahren lehnte die für ihn zuständige Schulbehörde die Fortsetzung des Unterrichts aufgrund seines auffälligen Verhaltens ab. Laut eines jetzt vorliegenden Urteils des Bundesgerichts wurde der junge Mann nur drei Jahre später vom Jugendgericht Zürich unter anderem wegen Raubs, Freiheitsberaubung oder auch Gefangenenmeuterei in ein Erziehungsheim eingewiesen. Nach weiteren Verurteilungen musste am 27. November 2006 auch das Bezirksgericht Horgen über den jungen Mann richten und verurteilte ihn zu 3½ Jahren Zuchthaus und ordnete eine ambulante Massnahme an.

Geisel genommen

Der schwer kokainsüchtige Marokkaner hatte im Sommer 2005 eine Spur von Gewalt im Bezirk hinterlassen. So wollte er beispielsweise an der Coop-Tankstelle in Thalwil zwei junge Männer überfallen. Am gleichen Tag besucht er ebenfalls in Thalwil einen Bekannten und droht ihn «abzustechen», worauf der andere aus Angst auf den darunter liegenden Balkon klettert. Danach hilft ihm der Angeklagte wieder hinauf, wird aber dann wieder aggressiv, sodass der Freund aus Angst aus dem zweiten Geschoss in den Vorgarten springt und sich die Hand bricht. Noch nicht genug: Im selben Haus wohnt noch ein Bekannter, auch den bedroht er mit einem Messer und nimmt eine Reihe von Gegenständen an sich, um sie zu verkaufen und dafür Kokain zu erwerben.

Sein ihm vorgeworfenes Tatenregister ist lang und begann im Juli 2005. Immer wieder liehen ihm Freunde für kurze Zeit ihr Auto, er hingegen, alkoholisiert und unter Drogen, fuhr damit tagelang herum. Er brauchte nicht nur Autos, sondern auch Geld, bedrohte selbst Bekannte wie auch Personen, die er an einer Party kennen gelernt hatte. Dort nahm er einen jungen Mann als eine Art Geisel und zwang diesen, ihn einen ganzen Tag herumzuchauffieren. Am selben Tag traf er sich auf einem Parkplatz in der Nähe des Friedhofs Thalwil zur «Abrechnung» mit einem Bekannten. Sein Kontrahent versetzte ihm Fusstritte, was er mit einem Messerstich in den Oberarm beantwortete. Das Ende der Odyssee bildet am 31. August 2005 eine wilde Verfolgungsjagd, die er sich mit der Horgner Polizei lieferte und wo er bald darauf verhaftet wurde.

Nachdem das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich die Entlassung aus der stationären Massnahme verweigerte und das Bezirksgericht Horgen diese am 15. Mai 2013 um weitere zwei Jahre verlängerte, wird der Marokkaner in Kürze wieder auf freien Fuss gesetzt. Jedoch nicht in der Schweiz, sondern in Marokko.

Schwere Delikte

Im Herbst 2013 widerrief das Migrationsamt des Kantons Zürich die Niederlassungsbewilligung und wies ihn auf den Zeitpunkt der Beendigung des Massnahmenvollzugs aus der Schweiz weg. Daraufhin gelangte der Marokkaner ans Bundesgericht, welches diesen Entscheid rückgängig machen sollte.

Vergebens: Mit dem Urteil vom 16. April wies das Bundesgericht die sogenannte «Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten» ab. Die vom 33-jährigen Marokkaner verübten Delikte «wiegen sehr schwer», heisst es im Urteil. Durch eine derartige Delinquenz habe er eine ausgeprägte Geringschätzung gegenüber der schweizerischen Rechtsordnung im Allgemeinen und gegenüber dem Leben und der Gesundheit anderer Menschen im Besonderen demonstriert. Mithin entstehe das Bild eines mehrfach rückfälligen Straf­täters, dessen Verbleiben in der Schweiz mit den Sicherheitsin­teressen der hiesigen Wohnbevölkerung nicht vereinbar sei.

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