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Naturheil-Gastro zieht ins Schloss

Zuerst wurde das Schloss Schwandegg saniert, dann stand es längere Zeit leer. Nun hat der Kanton Zürich als Eigentümer ein neues Schlossehepaar aus dem Thurgau gefunden.

Der Kanton hat neue Schlossherren für das Schloss Schwandegg gefunden.
Der Kanton hat neue Schlossherren für das Schloss Schwandegg gefunden.
Johanna Bossart

«Schlossherr auf dem Schloss Schwandegg in Waltalingen gesucht», hiess es Anfang Jahr auf einem Immobilienportal. Der Kanton als Besitzer des denkmalgeschützten Baus im Stammertal suchte auf dem Weg neue Pächter für das Restaurant und die Gästezimmer.Nun ist er mit dem Thurgauer Gastro-Ehepaar Claudine und Oliver Nyaguy fündig geworden, wie er gestern mitteilte. Die beiden gründeten 2009 das Unternehmen Ars in Vitro AG für Events und Catering. Der Mietvertrag gilt für fünf Jahre und enthält die Möglichkeit für weitere fünf Jahre.

Hauseigene Bierbrauerei

Sie hätten über ein Jahr lang gesucht, sagt Claudine Nyaguy. Bekannte wiesen sie dann auf das Inserat hin. Mit dem Schloss Schwandegg «haben wir die perfekte Lösung gefunden». In der Medienmitteilung des Kantons steht, dass sich die Nyaguys als «Naturheilpraktiker der Gastronomie» bezeichnen. Was bedeutet das konkret? Sie und ihr Mann hätten als kantonal anerkannte Naturheilpraktiker 15 Jahre lang eine Praxis gehabt und dann vor 10 Jahren in die Gastronomie gewechselt, erzählt Nyaguy. Und diese Erkenntnisse liessen sie dort einfliessen – Stichwort gesundes Essen. So verwenden die Gastronomen zum Beispiel keine Konservierungs- und Farbstoffe sowie keine Geschmacksverstärker wie etwa Glutamat, dafür beispielsweise naturbelassene Salze oder Kräuter, die für die Verdauung gut sind. Dazu passend legen sie grossen Wert auf frische Produkte aus der Region.

Ab Frühjahr 2018 soll in der hauseigenen Brauerei Bier hergestellt werden. Dafür wollen sie Hopfen aus dem Stammertal beziehen. «Das wäre sensationell», sagt Nyaguy.

Mit Rittersaal und Zelt

Das neue Restaurant im Schloss Schwandegg soll am 1. März 2018 geöffnet werden. Angemeldete Gruppen und Gesellschaften werden schon ab Anfang Dezember bewirtet, auch die Kurse für die Grillakademie des Herstellers Weber finden ab dann statt. Weitere Angebote des Schlosses sind der historische Rittersaal bis 60 und das Restaurant mit Saal bis 50 Gäste, eine Terrasse für 75 und Übernachtungsmöglichkeiten für 30 Gäste, ein Zelt im Burghof bis 200 Gäste sowie ein Seminarraum.

«Wir haben die perfekte Lösung gefunden.»

Claudine Nyaguy

Der Burgpavillon und der Rittersaal können auch für Trauungen genutzt werden. Früher war im Schloss eine Jugendherberge untergebracht. Wie Nyaguy erzählt, sollen diese Mehrbettzimmer in kleine Hotelzimmer umgewandelt werden, auf der Webseite von Ars in Vitro ist die Rede von insgesamt acht Doppelzimmern.

Gutshof von Pleitier Rolf Erb

Vor Waltalingen wirteten die Nyaguys rund 30 Kilometer östlich im Gasthof zum Eugensberg in der Thurgauer Gemeinde Salenstein am Bodensee. In Winterthur dürfte der Name Schloss Eugensberg vielen Leuten etwas sagen – der Pleitier Rolf Erb wohnte dort bis zu seinem Tod im April 2017. Der Guts- respektive Gasthof Eugensberg, den die Nyaguys pachteten, gehört zum Erb-Anwesen, das derzeit verkauft wird. «Das Paradies auf Erden... ist nur noch bis Ende September 2017 geöffnet», steht noch auf der Webseite des Gasthofs. Auch ist die Rede von einem «langen Rechtsstreit» und davon, dass der Kanton Thurgau die Weiterführung des Gasthofs ab dem 1. Oktober 2017 nicht mehr bewilligt habe. Auf Nachfrage sagt Claudine Nyaguy aber, dass all dies keinen Zusammenhang mit dem Fall der Familie Erb habe. Weil der Hof in der Landwirtschaftszone liege, habe der Kanton die Bewilligung nicht mehr verlängert, welche die Gemeinde 2013 erteilt hatte. Auf der Webseite des Gasthofs steht, dass man dies zum Anlass genommen habe, das Unternehmen «in den Kanton Zürich zu verlegen».

Hauptsitz und Büro der Ars in Vitro AG befinden sich heute beim Flughafen Kloten, Lage und Logistik in Neftenbach.

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