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Nur noch eine Telefonnummer für Notfälle

Mit einem neuen Modell des Notfalldienstes sollen die Spitäler im Kanton Zürich entlastet werden. Neu soll es für Notfälle eine einheitliche Telefonnummer geben.

Auf einer zentralen Notfallstelle werden die Anrufe entgegengenommen und weitergeleitet.
Auf einer zentralen Notfallstelle werden die Anrufe entgegengenommen und weitergeleitet.
Symbolbild, Keystone

Für medizinische Notfälle im Kanton Zürich gibt es ab kommenden Jahr eine einheitliche Telefonnummer. Der Kanton baut eine zentrale Notfallstelle auf, die Anrufe aus der Bevölkerung entgegennimmt und an Ärzte, Zahnärzte oder Apotheker weiterleitet. Damit sollen nicht zuletzt die Notfall-Abteilungen der Spitäler entlastet werden.

Ziel ist, dass alle Zürcherinnen und Zürcher auf die richtige medizinische Hilfe zählen können - auch ausserhalb der Praxisöffnungszeiten und unabhängig vom Wohnort. Die neue Notfallstelle stehe unter ärztlicher Leitung, teilte die Gesundheitsdirektion am Donnerstag mit. Angeschlossen seien auch die Organisationen der Zahnärzte und Apotheker.

Ab Januar 2018 werden an dieser Stelle rund um die Uhr Anrufe entgegengenommen und wenn nötig an jene Ärzte, Apotheker oder Zahnärzte weitergeleitet, die Notfalldienst haben. Um welche Nummer es sich handelt, wird der Kanton zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.

Viele haben keinen Hausarzt mehr

Grund für das Einrichten dieser Notrufzentrale sind gleich mehrere gesellschaftliche Entwicklungen: Einerseits ist die traditionelle Betreuung durch den Hausarzt zunehmend in Frage gestellt, weil viele Hausärzte vor der Pensionierung stehen. Sie übergeben ihre Praxis an jüngere Mediziner, die vermehrt Teilzeit arbeiten. Andererseits haben viele Patientinnen und Patienten heute gar keinen Hausarzt mehr. Stattdessen gehen sie oft direkt ins Spital. Dies sei in allen Fällen, die nicht lebensbedrohlich seien, nicht nur die falsche Anlaufstelle, sondern belaste auch das Gesundheitssystem und treibe damit die Krankenkassenprämien nach oben.

Der Kanton rechnet damit, dass zu Beginn rund 250'000 Anrufe pro Jahr bei der Triagestelle eingehen. Bei einem 24-Stunden-Betrieb sind voraussichtlich 6 Ärztinnen und Ärzte und 30 medizinische Praxisassistentinnen- und assistenten nötig. Bezahlt wird die Einrichtung je zur Hälfte vom Kanton und den Gemeinden. Bei 250'000 Anrufen dürften die Kosten rund 7,3 Millionen Franken pro Jahr betragen. Die Aufbaukosten trägt der Kanton allein.

Für die Einrichtung dieser Zentrale muss noch das Gesundheitsgesetz geändert werden. Dafür ist der Kantonsrat zuständig.

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