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Orell Füssli wird 500 Jahre alt

Buchdrucker Christoph Forschauer aus Bayern legte im November 1519 den Grundstein zu Orell Füssli. Dieses Jahr blickt der Zürcher Buchhändler auf 500 Jahre Unternehmensgeschichte zurück.

Zürcher Bibel aus dem Jahr 1531.
Zürcher Bibel aus dem Jahr 1531.
PD

Die Orell Füssli Gruppe mit Sitz in Zürich blickt im Jahr 2019 auf 500 Jahre Unternehmensgeschichte zurück. Diese hat das Schweizer Kultur- und Wirtschaftsgeschehen über Zürich hinaus mitgeprägt. Am Beginn der Erfolgsstory steht der Buchdrucker Christoph Froschauer.

Als der gelernte Drucker Christoph Froschauer aus Bayern am 9. November 1519 das Zürcher Bürgerrecht erhielt, wurde der Grundstein zu Orell Füssli gelegt. Dank Froschauers verlegerischem Gespür entwickelte sich schnell ein Druck- und Verlagszentrum mit europäischer Ausstrahlung, wie Adrian Scherrer, Archivar bei Orell Füssli, am Montag vor den Medien ausführte.

Denn ebenfalls 1519 übernahm Huldrych Zwingli das Amt des Leutpriesters am Zürcher Grossmünster. Die beiden Männer freundeten sich an, Froschauer wurde Zwinglis Verleger. 1531 erschien die «Zwingli-Bibel», eine Glanzleistung früher Buchkunst. Besonders ungewöhnlich ist laut Scherrer die zweifarbige Titelseite. Da man jedes Blatt einzeln drucken musste, dauerte es mehrere Wochen, bis das Buch fertig war. Auch hatte es einen stolzen Preis, Scherrer spricht von «zwei Monatslöhnen». 1564 starb Froschauer an der Pest. Zu Lebzeiten verlegte er über 700 Bücher und druckte auch Amtsdruckschriften und Karten.

Wandel und Beständigkeit

Seit Froschauers Tod hat sich im Unternehmen viel getan. Dies zeigt auch die Festschrift «500 Jahre Drucken». Der aufwendig gestaltete Bildband bildet den Auftakt ins Jubiläumsjahr.

Der Verlag ist lediglich noch eine von vier Geschäftsdivisionen. Orell Füssli betreibt nämlich als diversifizierte Industrie- und Handelsgruppe die Kerngeschäfte Banknoten- & Sicherheitsdruck, Industriesysteme zur Serialisierung von Banknoten und Wertdokumenten sowie den Buchhandel und den Verlag.

Orell Füssli erzielt mit rund 800 Mitarbeitenden an Standorten in fünf Ländern einen Umsatz von rund 250 Millionen Franken. Das Unternehmen ist an der Schweizer Börse kotiert.

Innovation und Leidenschaft

Er blicke mit ehrfürchtigem Erstaunen auf die Firmengeschichte, sagte Firmenchef Martin Buyle vor den Medien. Möglich sei ein so langes Bestehen durch Innovation, Nähe zum Kunden und die Leidenschaft der Mitarbeitenden. Natürlich brauche es auch ein bisschen Glück sowie ein stabiles politisches Umfeld.

Wichtig sei es auch, Fehler zuzulassen. Daraus ergäben sich wichtige Lernerfahrungen, sagte Buyle weiter. Er zeigte sich überzeugt, dass es trotz Digitalisierung auch weiterhin Bücher geben wird. Er gehe da von einem «koexistenziellen Ansatz aus, nicht von einer Ablösung».

Dies sehe man ja auch beim Bargeld. 1914 druckte Orell Füssli für die Schweizerische Nationalbank die ersten schweizerischen Banknoten. Es sei «ein Wahnsinn, wie viel Innovation in einer Banknote steckt», sagte Buyle voller Stolz. Ähnlich Stolz war wohl Christoph Froschauer, als er die mehrere Kilogramm schwere «Zwingli-Bibel» in den Händen hielt.

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