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Regierung will Lücken im Velonetz schliessen

Die Zürcher Regierungsrat legt einen neuen Velonetzplan vor. Damit sollen vor allem Agglomerationen besser erschlossen werden.

Mit dem neuen Velonetzplan will die Zürcher Regierung Velofahren für Pendler attraktiver machen.
Mit dem neuen Velonetzplan will die Zürcher Regierung Velofahren für Pendler attraktiver machen.

Velofahrerinnen und Velofahrer im Kanton Zürich sollen rascher und sicherer ans Ziel gelangen. Mit dem neuen Velonetzplan sollen vor allem in den Agglomerationen Lücken geschlossen und attraktivere Verbindungen geschaffen werden.

Ziel des Netzplanes sei es, Voraussetzungen zu schaffen, damit das Velo im Alltag häufiger benutzt wird, teilte der Regierungsrat am Donnerstag mit. Hauptzielgruppe seien Pendler, die das Velo auf dem Weg zur Arbeit, zu Ausbildungsstätten und zum Einkaufen für Distanzen bis 15 Kilometer benutzen.

Der von der kantonalen Koordinationsstelle Veloverkehr erarbeitete Netzplan ist ein Kernstück des 2010 vom Kantonsrat beschlossenen Veloförderprogramms. Dieser sieht vor, den Anteil des Veloverkehrs am Gesamtverkehr zu erhöhen und das Velo als wichtiges Verkehrsmittel neben dem motorisierten Individualverkehr und dem öffentlichen Verkehr zu positionieren.

Drei Kategorien von Veloverbindungen

Entsprechend dieser Zielsetzung schenke der Velonetzplan dem Alltagsveloverkehr besondere Bedeutung, schreibt die Regierung. Dabei unterscheidet der Plan drei verschiedene Kategorien von Verbindungen.

Nebenverbindungen sind durchgehende und sichere Velowege, die zum grössten Teil das bestehende Basisnetz entlang der Kantonsstrassen umfasst. Sie sind auf ein Velo pro Fahrtrichtung ausgelegt, wobei innerorts beidseitige Radstreifen die Regel sind.

Hauptverbindungen sind zügig befahrbar und direkt. Sie werden abseits der Hauptverkehrsachsen geführt, um Unterbrüche bei Strassenkreuzungen zu vermeiden. Auf Hauptverkehrsverbindungen sollen zwei Velos nebeneinander ein entgegenkommendes Velo kreuzen können.

Als dritte Kategorie vorgesehen sind Veloschnellrouten. Solche Routen kann der Kanton planen, wenn die Machbarkeit und ein ausreichendes Kosten-Nutzen-Verhältnis nachgewiesen ist. Der Kantonsrat hatte sich Ende Mai gegen ein flächendeckendes Velo-Schnellstrassen-Netz ausgesprochen.

Versuche auch im Kanton Zürich

Die Einführung von Velostrassen setze zudem eine Anpassung der Signalisationsverordnung und der Verkehrsregelverordnung voraus, hält der Regierungsrat fest. Zu diesem Zweck führe das Bundesamt für Strassen (ASTRA) Pilotversuche in verschiedenen Städten und Kantonen durch. Auch im Kanton Zürich seien solche Versuche vorgesehen.

Für die Umsetzung des Velonetzplanes erstellt das Amt für Verkehr nun ein kantonsweites Konzept, das die erforderlichen Massnahmen priorisiert und zu Paketen schnürt. Dabei seien auch Möglichkeiten von Etappierungen zu prüfen, schreibt der Regierungsrat.

Vollständigkeit und Sicherheit des Netzes seien dabei stärker zu gewichten als ein sofortiger Ausbau in der angestrebten Qualität. Bei der Planung der Massnahmen würden die Gemeinden einbezogen.

Umgesetzt werden soll der Velonetzplan so, dass er nicht zu einer Mehrbelastung des Staatshaushaltes führt. Gemäss dem Strassengesetz ist der Kanton ohnehin schon verpflichtet, jährlich mindestens 15 Millionen Franken in das Velowegnetz zu investieren.

Um Bundesbeiträge erhalten zu können, haben laut Regierungsrat bedeutende Massnahmen aus dem Velonetzplan bereits Eingang gefunden in das Agglomerationsprogramm der dritten Generation. Durch die Aufnahme in die regionalen Richtpläne werde der Velonetzplan zudem behördenverbindlich, schreibt der Regierungsrat.

Vom kantonalen Velowegnetz ausgenommen sind die Städte Zürich und Winterthur. Sie sind für die Realisierung ihres Velowegnetzes selber verantwortlich. Der Velonetzplan ist jedoch auf den regionalen Richtplan der Region Winterthur und Umgebung sowie den Masterplan Velo der Stadt Zürich abgestimmt.

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