Kantonsrat

Regierungsrat gibt Imkern einen Korb

Imker bekommen keine finanzielle Hilfe im Kampf gegen die Varroa-Milbe.

Die 1450 Imkerinnen und Imker im Kanton Zürich müssen selber für die Arzneimittel im Kampf gegen die Varroa-Milbe aufkommen. Andernorts bezahlt der Kanton.

Die 1450 Imkerinnen und Imker im Kanton Zürich müssen selber für die Arzneimittel im Kampf gegen die Varroa-Milbe aufkommen. Andernorts bezahlt der Kanton. Bild: Andrea Zahler

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Der Varroa-Milbe fallen jedes Jahr zahlreiche Bienenvölker zum Opfer. Stellt ein Imker den Befall eines Volkes fest, muss er die Milbe mit Ameisensäure oder Thymol bekämpfen, beide Stoffe sind als Tierarzneimittel deklariert. In den Kantonen St. Gallen, Schwyz, Appenzell und Zug werden die Mittel von den Kantonalen Veterinärämtern gratis an die Imker abgegeben. Nicht so im Kanton Zürich.

Die Kantonsrätinnen Christina Zurfluh Fraefel (SVP, Wädenswil), Edith Häusler (Grüne, Kilchberg) und Astrid Furrer (FDP, Wädenswil) haben in der Sache eine Anfrage an den Regierungsrat eingereicht. Sie wollten unter anderem wissen, welche Anpassungen am Gesetz nötig wären, damit auch die 1450 Imker im Kanton Zürich gratis zu den Arzneimitteln kommen.

Überwachung statt Bekämpfung

Der Regierungsrat hält in seiner am Donnerstag publizierten Antwort fest, dass es sich bei der so genannten Varroatose um eine Tierseuche handelt, die lediglich überwacht werden muss. Die Kantonsrätinnen hatten demgegenüber behauptet, die Seuche müsse bekämpft werden. Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied.

Laut Regierungsrat beschränken sich die staatlichen Massnahmen denn auch auf die Überwachung der epidemiologischen Situation. Es seien keine staatlich verordneten Behandlungsmassnahmen vorgesehen. Laut Regierungsrat kann auch nicht festgestellt werden, dass in Kantonen, welche die Behandlungskosten übernehmen, weniger Bienenvölker verloren gehen. Die Verluste würden eben von verschiedenen Faktoren abhängen.

«Das kantonale Tierseuchengesetz müsste erweitert werden, damit auch die Übernahme der Kosten für Tierarzneimittel zur Prävention einer Tierseuche möglich wäre», schreibt der Regierungsrat. Bis anhin sei das für keine Tierart vorgesehen. Die Regierung macht klar, dass sie von einer Anpassung nichts hält. Aus Gründen der Rechtsgleichheit müsste der Kanton sonst ebenfalls für die Kosten der medikamentösen Behandlung von Tierseuchen anderer Tierarten übernehmen. «Das würde zu beträchtlichen Kosten führen», schreibt der Regierungsrat.

Erstellt: 29.08.2019, 12:00 Uhr

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