Stäfa

Reh stirbt nach Hunde-Attacke

Ein Hund hat in Stäfa ein junges Reh gerissen. Es musste getötet werden, der Hundehalter wurde verzeigt. Die Jagdgesellschaft Stäfa fordert die Hundehalter auf, ihre Tiere anzuleinen.

Rehe wie dieses werden immer wieder von wildernden Hunden angegriffen – auch im Bezirk Meilen.

Rehe wie dieses werden immer wieder von wildernden Hunden angegriffen – auch im Bezirk Meilen. Bild: René Pfister/Keystone

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Der Vorfall ereignete sich am 26. Dezember um die Mittagszeit im Gebiet Hüttenacher in Stäfa. Gemäss Informationen von Dieter Koenig, Mitglied der Jagdgesellschaft Stäfa und designierter Jagdaufseher, hatte der Hund das junge Reh bei seiner Attacke derart übel zugerichtet, dass der herbeigerufene Jagdaufseher das Tier von seinen Qualen erlösen musste. Der Hundehalter wurde verzeigt und muss mit einer Busse rechnen. Die Kantonspolizei bestätigte den Vorfall – ohne Details zu nennen.

Angriffe von Hunden auf Rehe machen immer wieder Schlagzeilen – auch in den Regionen am Zürichsee. So beklagten sich Ende Oktober gleich mehrere Jagdaufseher aus dem Bezirk Horgen gegenüber der «Zürichsee-Zeitung» über wildernde Hunde. Sie berichteten von einer ganzen Serie von tödlichen Attacken auf Rehe. Im Kanton Zürich gab es gemäss Urs Philipp, dem Leiter der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung, während der Jagdsaison seit April rund 80 Fälle, bei denen Rehe von Hunden gerissen wurden. Auf dem Gemeindegebiet von Stäfa war es dieses Jahr offiziell der erste Fall. Laut Dieter König gibt es aber immer auch Fälle, bei denen nicht geklärt werden kann, ob ein Hund im Spiel war.

Hunde an die Leine

Grund für das unvorsichtige Verhalten von Hundehaltern ist auch der Fakt, dass es auf kantonaler Ebene keinen Leinenzwang gibt. Deshalb kommt es immer wieder vor, dass Leute ihre Hunde auch in von Rehen und andern Wildtieren bevölkerten Gebieten von der Leine lassen und nicht mehr unter Kontrolle haben.

Das Hundegesetz schreibt jedoch vor, dass Hunde «in Wäldern und an Waldrändern sowie bei Dunkelheit im Freien in Sichtweite und auf kurzer Distanz» zu halten sind. Die Halter sind verpflichtet, ihre Tiere so zu beaufsichtigen, dass sie weder Mensch noch Tier gefährden. Wer Hunde wildern lässt, macht sich gemäss dem Jagd- und Vogelschutzgesetz strafbar und muss den am Wild angerichteten Schaden vergüten. Auf dieser Grundlage können fehlbare Halter verzeigt werden.

Verantwortung der Halter

Für Dieter Koenig, Pächter der Jagdgesellschaft Stäfa ist denn auch klar, dass die Hundehalter verpflichtet sind, besser aufzupassen und ihre Vierbeiner in Waldnähe an der Leine zu haben. Das Jagen sei bei Hunden nun mal ein natürlicher Instinkt. Deshalb sei es an den Haltern, dafür zu sorgen, dass wilde Tiere von Angriffen der Hunde verschont würden.

Erstellt: 29.12.2015, 15:31 Uhr

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