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Rieter verzeichnet starken Bestellungsanstieg

Die Talsohle scheint durchschritten – die Anzahl der eingegangenen Aufträge beim Spinnereimaschinenhersteller hat sich im letzten Halbjahr massiv erhöht.

Trotz den wieder besseren Aussichten wird der laufende Stellenabbau von insgesamt 150 Stellen bei Rieter in Winterthur fortgesetzt.
Trotz den wieder besseren Aussichten wird der laufende Stellenabbau von insgesamt 150 Stellen bei Rieter in Winterthur fortgesetzt.
Keystone

Zwar ist bei Rieter im ersten Halbjahr erwartungsgemäss sowohl der Umsatz als auch der Gewinn markant eingebrochen. Der Spinnereimaschinenhersteller scheint jedoch in seinem sehr zyklischen Geschäft die Talsohle durchschritten zu haben. Die Aufträge haben deutlich angezogen.

Sie haben sich im Vergleich zum Vorjahr um einen Drittel auf 510,7 Millionen Franken erhöht. Dafür verantwortlich ist vor allem das Maschinengeschäft, bei dem sich das Bestellvolumen um 52 Prozent auf 343,4 Millionen Franken erhöht hat.

Umsatz und Gewinn dagegen waren entsprechend dem zuvor schwachen Bestellungseingang deutlich rückläufig. So haben sich die Verkäufe gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 um 21 Prozent, der Konzerngewinn sogar um 62 Prozent auf 11,0 Millionen Franken reduziert.

Entsprechend tiefer fällt auch die Rentabilität des Unternehmens aus. Die Betriebsmarge (EBIT-Marge) ist trotz verschiedener Effizienzsteigerungsmassnahmen von 8,3 Prozent im ersten Semester 2015 auf jetzt noch 3,6 Prozent gefallen, womit Rieter sein Ziel einer Marge von 10 Prozent deutlich verpasst hat.

In diesem Zusammenhang teilt Rieter mit, dass im Rahmen des strategischen Verbesserungsprogramms «Step up» der angekündigte Abbau von insgesamt 150 Stellen in Winterthur im Gang sei. Ab 2017 sollen damit jährlich 15 bis 20 Millionen Franken eingespart werden. Zur Stabilisierung des Geschäfts hat Rieter gemäss Mitteilung in den vergangen Monaten auch das Service- und Ersatzteilegeschäft (After Sales) weiter ausgebaut.

Verlust im Maschinengeschäft

Das Ziel ist dabei, den Jahresumsatz in diesem Bereich bis 2018 auf 165 Millionen Franken zu steigern. Davon ist Rieter zurzeit mit einem Halbjahresumsatz von 70,7 Millionen Franken noch deutlich entfernt. Das After Sales- und das Komponentengeschäft hat sich jedoch im ersten Semester steigern können. Die negative Entwicklung im grössten Geschäftssegment, bei den Maschinen und Systemen, konnten sie jedoch nur teilweise kompensieren.

So haben zwar diese zwei Geschäftseinheiten zusammen den Umsatz um 18,8 Millionen Franken auf 180,0 Millionen Franken und den Betriebsgewinn (EBIT) um eine Million auf 31 Millionen gesteigert. Die Verkäufe von Maschinen und Systemen sind jedoch gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent auf 256,9 Millionen Franken eingebrochen. Der Betriebsgewinn vom Vorjahr von 17 Millionen Franken verwandelte sich sogar in einen Verlust. Die Geschäftseinheit hat im ersten Semester ein Minus von 12 Millionen Franken geschrieben.

Bestellflut aus der Türkei

Geprägt war dabei das erste Halbjahr durch unterschiedliche Entwicklungen in den Märkten. Während Indien und China gerade den Höhepunkt überschritten haben und sich die Textilmaschinenmärkte in Nord- und Südamerika auf Talfahrt befinden, scheint in den anderen asiatischen Ländern und in der Türkei ein neuer Zyklus zu beginnen.

So verzeichnete Rieter im wichtigen türkischen Markt im ersten Halbjahr zwar nach wie vor einen stark rückläufigen Umsatz. Gleichzeitig gingen beim Unternehmen aber haufenweise Aufträge ein. Man habe in dieser Region die grössten Bestellmengen erzielt, heisst es in der Mitteilung. Eine Rückschlag aufgrund der jüngsten Ereignisse in der Türkei erwartet Rieter dabei nicht. «Wir gehen stark davon aus, dass die Aufträge, wie wir abgeschlossen haben, auch ausgeliefert werden, und dass auch weitere Projekte eintreffen werden», schreibt Rieter auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Entsprechend zuversichtlich zeigt sich das Unternehmen beim Ausblick. So erwartet Rieter gegenüber dem ersten Halbjahr ein besseres zweites Semester. Ganz aufholen lässt sich offenbar der Rückstand jedoch nicht. Das Unternehmen rechnet nach wie vor für das Gesamtjahr mit einem tieferen Umsatz und Gewinn als 2015.

Die Börse reagierte positiv auf diesen Ausblick. Bis 11 Uhr erhöhte sich der Kurs der Rieter-Aktie um 2,3 Prozent in einem Gesamtmarkt, der sich kaum veränderte.

SDA

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