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Toxikologische Untersuchung läuft

Der Winterthurer Pleitier Rolf Erb ist verstorben. Ob es sich um einen Suizid handelt, wird frühestens morgen bekannt. Fest steht: Seine Partnerin rief am Samstagabend die Nummer 117 an, nicht die Nummer 144.

Rolf Erb wollte unbedingt nicht ins Gefängnis. Nun ist er verstorben. Das Bild zeigt Erb im Januar 2014 nach der Urteilsverkündung das Zürcher Obergerichts.
Rolf Erb wollte unbedingt nicht ins Gefängnis. Nun ist er verstorben. Das Bild zeigt Erb im Januar 2014 nach der Urteilsverkündung das Zürcher Obergerichts.
Archiv, Keystone
Rolf Erb wollte unbedingt nicht ins Gefängnis. Nun ist er verstorben. Das Bild zeigt Erb im Januar 2014 nach der Urteilsverkündung das Zürcher Obergerichts.
Rolf Erb wollte unbedingt nicht ins Gefängnis. Nun ist er verstorben. Das Bild zeigt Erb im Januar 2014 nach der Urteilsverkündung das Zürcher Obergerichts.
Archiv, Keystone
Ob es sich um einen Selbstmord handelt, ist offen.
Ob es sich um einen Selbstmord handelt, ist offen.
Archiv, Keystone
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Ein weiteres Detail zum Drama um Rolf Erb: Seine Lebenspartnerin wählte am Samstagabend den Polizeinotruf 117, nicht den Notruf 144. Dies präzisierte Andy Theler, Pressesprecher der Kantonspolizei Thurgau, auf Nachfrage des «Landboten». Dass die Polizei und nicht die Ambulanz herbeigerufen wurde, könnte ein Hinweis darauf sein, dass Rolf Erb am Samstagabend um 17:30 Uhr medizinisch schon nicht mehr zu helfen war. Das wiederum könnte ein Indiz sein, dass der 65-Jährige nicht einem medizinischen Leiden erlag, sondern Suizid begangen hat.

Obduktionsbericht frühestens morgen Dienstag

Den Spekulationen ein Ende setzen wird die Untersuchung des Rechtsmedizinischen Instituts St. Gallen, die allerdings weiterhin noch nicht abgeschlossen ist. Gemäss Stefan Haffter, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Thurgau, wird das Resultat frühestens morgen bekannt gegeben. Insbesondere toxikologische Tests bräuchten jeweils Zeit, sagt Haffter. Auf die Nachfrage, ob es denn spezielle Hinweise auf eine Vergiftung gebe, blockt er jedoch ab: Toxikologische Tests würden bei einer Obduktion standardmässig durchgeführt.

«Sein Tod überrascht mich nicht»

Dass Rolf Erb seine Haft nicht angetreten hat, sondern vorher verstorben ist, kommt für Historiker Thomas Buomberger nicht unerwartet. Buomberger hat 2005 das Buch «Die Erb-Pleite: Wie die Besitzerfamilie mit Spekulationen ein blühendes Unternehmen ruinierte» herausgegeben. Zur Nachricht des Todes von Rolf Erb sagt er: «Rolf Erb hatte schon nach dem Prozess vor Bezirksgericht erklärt, er wolle in seinem Schloss sterben. Von daher überrascht mich dieser Ausgang der Geschichte wenig.»

Buomberger kennt Rolf Erb schon lange. Von 1959 bis 1962 besuchten die beiden im Schulhaus Tössfeld in Winterthur gemeinsam die 1. bis 3. Klasse. Als Buomberger 2004 dann für sein Buch recherchierte, verweigerte Erb jedoch stets das Gespräch. Das Buch «Die Erb-Pleite» wurde von den Erbs denn auch kritisiert.

Lebenspartnerin wählte den Notruf um 17:30 Uhr

Wie Andy Theler, Sprecher der Kantonspolizei Thurgau, erklärt, hat die Lebenspartnerin von Rolf Erb am Samstagabend den Rettungsdienst alarmiert. «Der Alarm ging etwa um 17:30 Uhr bei uns ein», sagt Theler. Um 18 Uhr fanden die Einsatzkräfte den Verstorbenen dann im Schloss Eugensberg auf.

Der Leichnam von Rolf Erb wird vom Rechtsmedizinischen Institut am Kantonsspital St. Gallen untersucht. Über das Resultat wird die Staatsanwaltschaft Thurgau informieren.

Urteil seit Ende März definitiv

Erst vor zwei Wochen hat das Bundesgericht entschieden, dass Rolf Erb definitiv hinter Gitter muss. 13 Jahre nach dem Konkurs des Firmenimperiums Erb nützten alle juristischen Kniffe nichts mehr. Die Lausanner Richter wiesen eine letzte Beschwerde ab. Rolf Erb hatte versucht geltend zu machen, er könne seine siebenjährige Strafe wegen Suizidgefahr nicht antreten.

Das Bundesgericht hielt fest, eine Haft könne wegen «allfälliger Suizidgefahr» nicht aufgeschoben werden. Es dürfe nicht sein, dass eine solche Selbstgefährlichkeit zu einem gängigen letzten Verteidigungsmittel in Straffällen werde.

Am Samstag tot aufgefunden

Nun ist Rolf Erb doch nicht im Gefängnis – sondern tot. Wie die Zeitung «Blick» berichtet, fand seine Frau den 65-Jährigen am Samstagabend um 18 Uhr im Schloss Salenstein TG.

Die Todesursache ist noch ungeklärt. Die Polizei schliesst ein «Drittverschulden» aber aus. Es war also entweder ein natürlicher Tod oder ein Suizid. Die Leiche Erbs wird nun im Rechtsmedizinischen Institut St. Gallen untersucht.

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