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Sozialarbeiter soll Klienten sexuell bedrängt haben

Ein 52-jähriger Sozialarbeiter muss sich am Mittwoch vor dem Zürcher Bezirksgericht verantworten. Er soll die Notlage und Abhängigkeit eines Sozialhilfeempfängers ausgenutzt haben und deshalb wegen versuchter sexueller Nötigung und Amtsmissbrauch verurteilt werden.

Der Sozialarbeiter wurde «nur» wegen versuchter sexueller Nötigung angeklagt.
Der Sozialarbeiter wurde «nur» wegen versuchter sexueller Nötigung angeklagt.
Keystone

Tatort war ein Büro in einem Stadtzürcher Sozialzentrum. Der Beschuldigte war laut Anklageschrift befugt, Sanktionen bei der Ausrichtung von Sozialhilfegeldern zu verhängen und über arbeitsintegrative Massnahmen zu entscheiden.

Zwischen Juni 2012 und Juli 2013 soll er einen Sozialhilfebezüger mehrmals und mit zunehmender Intensität sexuell bedrängt haben. So soll er den Klienten etwa im Schritt angefasst haben, mit den Worten, er müsse «kooperieren, wenn er den Check wolle.» Ein anderes Mal zog sich der Beschuldigte vor dem Sozialhilfeempfänger aus.

Zudem habe er dem Sozialhilfebezüger mehrmals gedroht, ihm die Gelder zu kürzen, falls er jemandem etwas von den Avancen erzähle. Dabei sei ihm die Notlage des Klienten und dessen finanzielle Abhängigkeit bekannt gewesen, schreibt der Staatsanwalt.

Berufsverbot für männliche Klienten

Dem Belästigten gelang es jeweils, aus den heiklen Situationen zu entkommen. Der Sozialarbeiter ist deshalb «nur» wegen versuchter sexueller Nötigung angeklagt. Weitere Anklagepunkte sind versuchte Nötigung, mehrfaches Ausnützen einer Notlage sowie mehrfacher Amtsmissbrauch. Der Staatsanwalt beantragt eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten.

Während der Probezeit von zwei Jahren soll der Sozialarbeiter mit einem Berufsverbot für männliche Klienten belegt werden. Zudem soll von ihm ein DNA-Profil erstellt werden. Der Verteidiger gibt seine Anträge erst am Prozess bekannt.

SDA/mcp

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