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Spektakuläre Bergung von gekentertem Segelschiff

Bei einem Sturm auf dem Zürichsee ist Ende April vor Zollikon ein Segelboot gekentert. Nun wurde es von einem privaten Team aus dem See geborgen.

Vor Zollikon ist bei einem Föhnsturm Ende April ein Segelboot gekentert.
Vor Zollikon ist bei einem Föhnsturm Ende April ein Segelboot gekentert.
PD/Leserreporter 20min.ch
Ein Team aus Tauchern hat das Boot am Freitag geborgen: Beim zweiten Tauchgang und nach einer Sonarsuche habe man das Boot in 67 Metern Tiefe entdeckt, Fotos gemacht und private Gegenstände des Besitzers aus dem Boot gerettet.
Ein Team aus Tauchern hat das Boot am Freitag geborgen: Beim zweiten Tauchgang und nach einer Sonarsuche habe man das Boot in 67 Metern Tiefe entdeckt, Fotos gemacht und private Gegenstände des Besitzers aus dem Boot gerettet.
PD/Leserreporter 20min.ch
Dort wurde es leergepumpt und an den Standplatz gezogen. Bereits in einigen Wochen wird das Boot wieder auf dem Zürichsee segeln.
Dort wurde es leergepumpt und an den Standplatz gezogen. Bereits in einigen Wochen wird das Boot wieder auf dem Zürichsee segeln.
PD/Leserreporter 20min.ch
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Ein Föhnsturm mit Böen von bis zu 100 km/h sorgte Ende April für Chaos auf dem Zürichsee. Unter anderem kenterte ein Segelboot vor Zollikon. Dieses lag bis am Freitag auf dem Grund des Zürichsees.

Mitverantwortlich für die Bergungsaktion war Diego Cintula. Der erfahrene Taucher und Tauchershop-Inhaber aus Wollishofen hat mit seiner Crew das Schiff aus dem Zürichsee gezogen: «Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Boot auf dem Grund des Sees liegt und der Besitzer am Boden zerstört ist, weil es ihm sehr viel bedeutet», sagt Cintula gegenüber «20 Minuten». Beim zweiten Tauchgang und nach einer Sonarsuche habe man das Boot in 67 Meter Tiefe entdeckt, Fotos gemacht und private Gegenstände des Besitzers aus dem Boot gerettet.

«Anspruchsvoll für Mensch und Material»

«Bei diesem Tauchgang ist mir aufgefallen, dass das Boot noch in sehr gutem Zustand ist und es durchaus einen Versuch wert wäre, das Schiff zu retten», sagt Cintula. Dies, obwohl die Behörden und die Versicherung das Boot bereits abgeschrieben hätten – «für sie war der Fall als Totalschaden abgehakt.» Nicht so für Cintula und seine Taucher-Kollegen.

«Die Bergung aus 67 Metern Tiefe war sehr anspruchsvoll für Mensch und Material.»

Diego Cintula, Taucher und Tauchershop-Inhaber aus Wollishofen

Fünf Tauchgänge benötigte das Team, um das drei Tonnen schwere Schiff an die Oberfläche zu holen: «Die Bergung aus 67 Metern Tiefe war sehr anspruchsvoll für Mensch und Material.» Zuerst habe man mehrere Hebesäcke angebracht und dann das gesunkene Schiff mit einer Winde heraufgezogen. Der Seerettungsdienst Horgen habe das Boot anschliessend in Richtung Hafen abgeschleppt. Dort wurde es leergepumpt und an den Standplatz gezogen.

«Wir sind schon recht stolz auf uns, dass wir das so hingekriegt haben», sagt Cintula, der laut eigenen Angaben schon über 4000 Tauchgänge absolviert hat. Das Schiff habe nur geringe Schäden und werde bereits in einigen Wochen wieder auf dem Zürichsee segeln.

Polizei: «Es bestand keine Gefahr für die Umwelt»

Laut Ralph Hirt, Sprecher der Kantonspolizei Zürich, hatte man keine Kenntnis von der privaten Bergung: «Das ist aber auch kein Problem, weil man das ohne Einverständnis der Polizei machen kann.» Bei solchen Vorfällen sei es in erster Linie entscheidend, ob es sich um einen Notfall handle oder nicht.

«In diesem konkreten Fall gab es keinerlei Gefahren einer Wasserverschmutzung, die Versicherung war nicht bereit, die Bergungskosten zu übernehmen, und hatte es als Totalschaden abgehakt», so Hirt. Da der Besitzer ebenfalls nicht auf eine Bergung bestand, habe man sich dagegen entschieden. «Wäre das gekenterte Boot eine Gefahr für die Umwelt, den Schiffsverkehr oder für die Schwimmer gewesen, wäre die Entscheidung natürlich anders ausgefallen.»

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