Winterthur

An’Nur-Imam wegen Predigt angeklagt

Der Imam, der in der An'Nur-Moschee zur Tötung von Muslimen aufgerufen haben soll, wird angeklagt. Die Staatsanwaltschaft beantragt 18 Monate Haft und Landesverweisung.

Der Iman hielt die hetzerische Predigt in der Winterthurer An'Nur Moschee.

Der Iman hielt die hetzerische Predigt in der Winterthurer An'Nur Moschee. Bild: Marc Dahinden

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Die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland hat Anklage gegen den äthiopischen Imam erhoben, der im Oktober 2016 in einer Predigt in der An'Nur-Moschee öffentlich zur Tötung von Muslimen aufgerufen haben soll. Sie beantragt eine bedingte Freiheitsstrafe von anderthalb Jahren sowie eine Landesverweisung für 15 Jahre.

Der Imam sitzt seit der Razzia im November 2016 in Untersuchungshaft und wird voraussichtlich bis zur Verhandlung vor dem Bezirksgericht Winterthur in Sicherheitshaft bleiben. Die Staatsanwaltschaft hat laut Sprecherin Corinne Bouvard beim Zwangsmassnahmengericht einen entsprechenden Antrag gestellt.

Aufruf zum Verbrennen in ihren Häusern

Die Anklage wird wegen öffentlicher Aufforderung zu Verbrechen und Gewalttätigkeiten und weiterer Delikte erhoben. Konkret wird dem Äthiopier vorgeworfen, in seiner Predigt vom 21. Oktober 2016 in der An'Nur Moschee unter anderem dazu aufgerufen zu haben, Muslime, die nicht in der Gemeinschaft beten, zu verstossen und diese bei anhaltender Weigerung gar in deren Häuser zu verbrennen und zu töten.

Zudem soll der Imam über Facebook brutale Darstellungen des Tötens von Menschen beschafft und Drittpersonen zur Verfügung gestellt haben. «Er soll dafür seinen öffentlich zugänglichen Account zur Verfügung gestellt haben», sagt Bouvard.

Weiter wird dem Äthiopier vorgeworfen, ohne die dafür notwendige Bewilligung während rund vier Wochen als Imam einer Erwerbstätigkeit nachgegangen zu sein und dadurch gegen die Ausländergesetzgebung verstossen zu haben.

Verfahren gegen ehemaligen Vereinspräsidenten kurz vor Abschluss

Im Zusammenhang mit der fraglichen Predigt nahm die Staatsanwaltschaft im November Ermittlungen gegen drei weitere Personen aus dem Umfeld der An'Nur-Moschee auf, darunter der langjährige ehemalige Vereinspräsident. Die Verfahren gegen ihn sowie einen weiteren Beschuldigten wurde Mitte Juli eingestellt. Das Verfahren gegen den zum Zeitpunkt der Predigt amtierenden Präsidenten läuft indes weiter, steht laut Bouvard aber kurz vor dem Abschluss. «Die letzte Einvernahme steht noch an.» Ob es in seinem Fall ebenfalls zu einer Anklage kommen wird, ist noch offen.

(huy/maf)

Erstellt: 11.08.2017, 09:46 Uhr

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