Winterthur

«Es geht uns um die Durchmischung von Teams»

Dank ihrer Arbeit habe die Firma weniger ­Abgänge und zusätzliche ­Bewerbungen, sagt Axa-­Frauenförderin Yvonne Seitz.

«Man kann auch ohne viel Geld etwas bewirken»: Yvonne Seitz, Frauenförderin bei der Axa.

«Man kann auch ohne viel Geld etwas bewirken»: Yvonne Seitz, Frauenförderin bei der Axa. Bild: pd

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ihre Funktionsbezeichnung ist Head Diversity & Family Care. So etwas gibt es bei den meisten Firmen nicht. Was machen Sie genau?
Die Funktion hat sich über die Jahre entwickelt. Am Anfang stand das Thema Kinderbetreuung der Angestellten im Zentrum. Dann kam die Betreuung von Angehörigen dazu, zum Beispiel im Alter. Heute geht es zusätzlich um die Durchmischung nach Alter und Geschlecht und flexible Arbeitszeitmodelle.

Was kann der Arbeitgeber denn im Fall pflegebedürftiger Angehöriger tun?
Wir arbeiten mit einer Partnerfirma zusammen, die bei der Suche nach einem geeigneten Altersheim helfen kann. Auch flexible Arbeitszeitmodelle können hilfreich sein, etwa wenn Angestellte einen Teil der Arbeit von zu Hause aus erledigen können.

Sie haben von Durchmischung gesprochen. Muss man Frauen heute überhaupt fördern? Die setzen sich doch schon durch.
Es geht uns um die Durch­mischung der Teams, denn wir sind überzeugt, dass durchmischte Teams besser arbeiten.

Aber was bewirkt Ihre Arbeit? Die Axa tut viel, um Frauen zu fördern. Die Swica dagegen macht nichts, hat aber einen höheren Frauenanteil im Kader.
Wir arbeiten daran, die Stolpersteine zu eliminieren, die verhindern, dass Männer und Frauen sich beruflich weiterentwickeln.

Was hat Axa davon? All die Fördermassnahmen kosten ja Geld.
Diversity bringt Mehrwert für die Angestellten und auch einen geldwerten Nutzen für die Firma. Wenn ein Arbeitnehmer auch dann bei Axa bleiben kann, wenn sich seine private Situation verändert, etwa aufgrund von Elternschaft oder Weiterbildung, spart das dem Unternehmen Kosten, weil die Stelle nicht neu besetzt werden muss. Zudem kann so das Know-how in der Firma bleiben und die Kundenbeziehungen werden erhalten. Ein weiterer Punkt: Wenn wir als Arbeitgeber attraktiv sind, bewerben sich Personen bei uns, die das sonst nicht tun würden, zum Beispiel auch qualifizierte Frauen.

Wie viel gibt Axa für Fördermassnahmen aus?
Die Summe der Kosten lässt sich nicht angeben. Einige Kosten sind namhaft, etwa die Krippensubventionen, andere lassen sich nicht genau beziffern. Man kann auch ohne viel Geld etwas bewirken. Zum Beispiel schreibt Axa sämtliche Stellen als 80- bis 100-Prozent-Stellen aus. Wir fördern auch den Austausch zwischen Personen, die Teilzeit oder teilweise von zu Hause aus arbeiten. Das ist keine kostenintensive Massnahme.

Es heisst immer, Frauen brauchen Teilzeitjobs. Die vielen Kaderfrauen bei der Swica aber arbeiten fast alle Vollzeit. Was ist Ihre Erfahrung?
Wir stellen fest, dass das Be­dürfnis nach Teilzeitstellen und flexibler Arbeitszeit gross ist und noch wächst, übrigens auch bei den Männern. Bei Axa arbeiten heute 50 Prozent mehr Männer Teilzeit als noch vor fünf Jahren.

Erstellt: 01.06.2015, 18:56 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.