Zürich

Mieterverband warnt vor fingierten Wohnungsinseraten

Betrüger versuchten in den letzten Wochen vermehrt, Mietinteressenten zu prellen. Sie versprechen schöne Wohnungen und fordern die Kaution im Voraus ein. Die entsprechenden Wohnungen gibt es aber gar nicht.

Fiese Masche: Auf verschiedenen Immobilienportalen schalten Betrüger fingierte Wohnungsinserate auf.

Fiese Masche: Auf verschiedenen Immobilienportalen schalten Betrüger fingierte Wohnungsinserate auf. Bild: Keystone

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Sie klingen oft sehr verlockend, zeigen schöne Räume an zentraler Lage in Zürich, Luzern oder anderen Schweizer Städten und preisen die Mietimmobilie zu attraktiven Preisen an. Die Rede ist von gefälschten Wohnungsinseraten auf verschiedenen Immobilienplattformen. Hinter den Inseraten steckt nicht etwa eine redliche Verwaltung oder ein Immobilienbesitzer, sondern Betrüger, die es auf die Kaution der Mietinteressenten abgesehen haben.

Nimmt ein Interessent dann Kontakt mit dem vermeintlichen Vermieter auf, fordert dieser den potentiellen Mieter nach einem kurzen Mail-Verkehr auf, auf ein bestimmtes Konto eine Kaution einzuzahlen. Als Vermittler, bei dem das Depot hinterlegt werden soll, wird die Vermietungsplattform Airbnb angegeben. Ein angeblicher Kautionsschutz-Vertrag soll das Rechtliche regeln. Danach erhalte man den Hausschlüssel per Post zugestellt. Als Grund, weshalb der Vermieter bei der Wohnungsübergabe nicht selbst anwesend sein könne, wird ein Auslandaufenthalt angegeben. Doch den versprochenen Wohnungsschlüssel erhalten die Mieter nie.

Kaum Chancen, das Geld zurückzubekommen

Das Perfide an der Masche: Die Betrüger verwenden auf dem angeblichen Kautionszertifikat, das in Englisch verfasst ist, Logos des Deutschschweizer Mieterverbandes und der Vermittlungsplattform Airbnb. Doch der Mieterverband hat mit diesen Wohnungsinseraten nichts zu tun. Vergangene Woche hat er deshalb bei der Stadtpolizei Zürich eine Strafanzeige wegen Urkundenfälschung eingereicht, wie Beatrice Jäggi, Mitarbeiterin des Verbandes, mitteilt. «Wie uns die Polizei mitgeteilt hat, ist die Masche mit der Mietkaution bei den Betrügern sehr beliebt.» Alleine in der letzten Woche seien dem Mieterverband drei dieser Fälle gemeldet worden.

Wer das Geld erst einmal einbezahlt hat, hat kaum Chancen, dieses je wieder zurückzubekommen – selbst wenn er Strafanzeige einreicht. Denn die Konten, auf die das Geld einbezahlt wird, befinden sich immer im Ausland, sehr oft in Grossbritannien. «In England ist die Gesetzgebung diesbezüglich weniger streng als in anderen Ländern, das nutzen die Betrüger aus», so Jäggi. Und bei einem Betrag von rund 2000 Franken nehme kaum jemand den Aufwand auf sich, einen Anwalt anzuheuern, der einen im internationalen Recht vertreten kann.

Geld nur auf Sperrkonto einzahlen

Wie der Mieterverband mitteilt, fallen derzeit zahlreiche Wohnungssuchende auf diesen Trick herein. Etwas für die Geprellten tun kann auch der Mieterverband nicht: Weil es sich bei den erschlichenen Mietkautionen um Betrug handelt, müssen die Mieter selbst Strafanzeige einreichen. Auch für den Mieterverband ist die Sache auf rechtlicher Ebene vorerst erledigt: Die Behörden verfolgen laut Jäggi nur Anzeigen wegen Urkundenfälschung mit einem bestimmten Adressanten. Im Fall des Mieterverbandes ist der Verursacher allerdings unbekannt.

Jäggi warnt davor, Mietkautionen auf ein Konto im Ausland einzuzahlen – dazu noch, ohne die Wohnung je gesehen zu haben. «In der Schweiz ist es üblich, dass der Vermieter auf den Namen des Mieters ein Kautionskonto bei einer Schweizer Bank einrichtet.» Dabei handelt es sich um ein Sperrkonto, auf das während der Mietdauer weder der Vermieter noch der Mieter Zugriff haben. Personen, die bereits auf die Kautionsbetrüger hereingefallen sind, rät Jäggi trotz der geringen Aufklärungschancen, bei der Polizei Strafanzeige einzureichen.

Erstellt: 21.04.2015, 16:45 Uhr

Gefälschte Kautionszertifikate

Vorsicht beim Einzahlen von Mietzinskautionen: Dem Mieterverband sind bereits mehrere Fälle bekannt, bei denen ein gefälschtes Kautions-Formular verwendet wurde (siehe Bild oben).

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