Zürich

Schüsse in Wiedikon: Kein Hinweis auf terroristischen Hintergrund

Als die Polizei gestern Morgen in Zürich einen Angriff durch einen 42-jährigen Äthiopier stoppte, gab sie 13 Schüsse ab. Nach wie vor unklar ist das Motiv des Angereifers.

Zahlreiche Patronenhülsen, die von der Schiesserei in den frühen Morgenstunden stammen: Spurensicherung am Tatort bei der Schmiede Wiedikon.

Zahlreiche Patronenhülsen, die von der Schiesserei in den frühen Morgenstunden stammen: Spurensicherung am Tatort bei der Schmiede Wiedikon. Bild: Newspictures

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Nach dem Vorfall, bei dem gestern Sonntagmorgen ein 42-jähriger Äthiopier durch Schüsse der Polizei schwer verletzt wurde, sind viele Fragen noch offen. Eines ist mittlerweile klar: Wie viele Schüsse die Zürcher Stadtpolizisten abgegeben haben, um den Mann, der mit einem Messer auf die Beamten losging, zu stoppen.

Laut Ulrich Weder, Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft IV in Zürich, geht man davon aus, dass insgesamt 13 Schüsse aus zwei verschiedenen Waffen der Zürcher Stadtpolizei abgegeben wurden. «Ob der Einsatz der Waffen und die Anzahl Schüsse, die abgegeben wurden, gerechtfertigt waren, wird nun in einem Verfahren geprüft», sagt Weder. Grundsätzlich muss eine Schussabgabe durch Polizisten gerechtfertigt sein, wie beispielsweise eine Notwehrsituation oder Notwehrhilfe durch Kollegen. Dass es laut verschiedenen Medienberichten einige Querschläger gegeben habe, die entweder in einer Hausmauer, einem benachbarten Imbiss-Lokal oder gar im Polizeifahrzeug gelandet sind, will Weder nicht bestätigen. «Dies ist Aufgabe der Spurensicherung, die Tatumstände zu klären.»

Keine Hinweise auf antisemitischen oder terroristischen Hintergrund

Augenzeugen sagten gegenüber der Zeitung «Blick», der 42-jährige Äthiopier habe den religiösen Ausspruch «Allahu akbar» gerufen, während er auf die Beamten losgegangen sei. Dies kann Weder bisher weder bestätigen noch dementieren. «Wir haben keine konkreten Anhaltspunkte für einen islamistischen, terroristischen oder antisemitischen Hintergrund des Angriffs», sagt Weder.

Warum gestern Morgen zwei Hauseingänge in Wiedikon abgesperrt waren oder ob der Mann im Quartier wohnhaft sei, könne derzeit noch nicht beantwortet werden. «Da der Mann noch nicht einvernahmefähig ist, konnte er bisher nicht befragt werden», sagt Weder. Es werde aber ein Verfahren gegen ihn eröffnet, bei dem er befragt werden wird.

Der Zustand des 42-Jährigen sei kritisch aber stabil, so Weder.

Erstellt: 28.12.2015, 17:34 Uhr

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