Meilen

«Star vom Zürichsee» droht das ewige Grounding

Die letzte für den Passagierflug zugelassene Super Constellation der Welt ist seit 2004 Dauergast über dem Zürichsee. Doch heuer liess sich das 62 Jahre alte Propellerflugzeug noch nicht blicken. Ein teurer Schaden hält es am Boden fest.

Wenn es nicht gelingt, 1,5 Millionen Franken aufzutreiben, muss der Trägerverein der Super Constellation liquidiert werden.

Wenn es nicht gelingt, 1,5 Millionen Franken aufzutreiben, muss der Trägerverein der Super Constellation liquidiert werden. Bild: zvg/Annalina Dietz-Saluz

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Alte Technik hat ihre Tücken. An ihr nagt der Zahn der Zeit. Wird etwas kaputt, muss mangels Ersatzteilen alles originalgetreu nachgebaut werden. Davon weiss die Zürichsee-Schisffahrtsgesellschaft ein Klagelied zu singen, wenn einer ihrer beiden Raddampfer einen Defekt erleidet. Das gleiche Schicksal ereilt die Super Constellation Flyer Association. Die Gönnervereinigung mit Sitz in Meilen muss jedes Mal grosse Summen aufbringen, wenn ihr viermotoriges Propellerflugzeug mit Baujahr 1955 repariert werden muss. Das war schon bei der Anschaffung und Generalüberholung der Super Connie vor 15 Jahren der Fall.

Auch seit Aufnahme des regelmässigen Flugbetriebs für Enthusiasten 2004 ist der Verein nicht vor alters-technischen Überraschungen verschont geblieben. Immer gelang es aber, das «schönste Flugzeug aller Zeiten», wie es gerne genannt wird, wieder in die Luft zu bringen.

1,5 Millionen Franken fehlen

Nach mehreren problemlosen Saisons, in denen die Super Connie mit dem typischen dreiteiligen Heckruder regelmässig in der Region Zürichsee flog und die Besucher von Flugshows in ganz Europa begeisterte, stehen die Motoren in diesem Jahr still. Bei der Betriebskontrolle anfangs Jahr haben die Verantwortlichen rund um den Meilemer Piloten Ernst Frei Rostspuren am Gestänge zur Bedienung der Landeklappen an den Flügeln entdeckt. Diese Teile müssen aus einem extrem harten Metall nachgebaut werden. Das benötigt so viel Zeit, dass unterdessen alle Flüge in diesem Jahr abgesagt wurden.

Vor allem aber kostet die Reparatur viel Geld. Ausserdem fallen sämtliche Einnahmen von Publikumsflügen aus, sodas schon in diesen Tagen alle Rückstellungen aufgebraucht sein werden. Bis April 2018 fehlen rund 1,5 Millionen Franken. Kann dieser Betrag nicht aufgetrieben werden, droht der weltweit letzten für den Passagierflug zugelassenen Super Constellation das Ende ihrer Flugkarriere.

Um dieses Schicksal abzuwenden, läuft Ex-Swissair-Pilot Ernst Frei derzeit von Pontius zu Pilatus, um Mäzene und Spendengelder aufzutreiben. Vor allem in der Region Zürichsee erhofft sich der Meilemer Unterstützung, gilt doch das mit «Star of Switzerland» angeschriebene Flugzeug inoffiziell auch als «Star vom Zürichsee». (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.08.2017, 17:04 Uhr

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