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Grossflächiger Stromaufall in Zürich

Hunderte Quartiere in Zürich waren am Mittwochmorgen ohne Strom. Grund war ein Stromausfall im Zürcher Kreis 5 wegen eines Defekts in einer Mittelspannungsverteilanlage.

Tramausfälle und Verspätungen waren Folgen des Stromausfalls vom Mittwochmorgen.
Tramausfälle und Verspätungen waren Folgen des Stromausfalls vom Mittwochmorgen.
Stefan Schaufelberger, Keystone

Ein Kurzschluss hat am Mittwochvormittag mehrere Quartiere in Zürich teils stundenlang lahm gelegt. Betroffen waren mehr als 21'000 Anschlüsse. Trams blieben stehen, Ampeln fielen aus, Geschäfte und Büros lagen im Dunkeln. Im Hauptbahnhof funktionierte nur noch die Notbeleuchtung.

Grund für die Störung war ein Isolationsdefekt in der Mittelspannungsschaltanlage des Unterwerks Letten, wie das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) am Nachmittag mitteilte. Dadurch waren die Quartiere Wipkingen, Höngg und Unterstrass sowie die Altstadt ab 8.16 Uhr teilweise ohne Strom.

In einem Unterwerk verändern Transformatoren die Spannung so, dass die Stromverteilung in die Quartiere möglich wird. In Folge des Defekts wurden beide Unterwerkstransformatoren automatisch ausgeschaltet, wie es in der Mitteilung heisst. Technische Defekte in einem solchen Anlageteil treten äusserst selten und unvorhersehbar auf.

Weil es durch den Kurzschluss eine leichte Rauchentwicklung gab, war auch die Feuerwehr im Einsatz, wie eine ewz-Sprecherin sagte. Schutz & Rettung entlüftete die Räume. Erst danach konnten ewz-Mitarbeitende die Anlage betreten, um den Grund für den Stromausfall zu untersuchen.

Strom nach und nach wieder zugeschaltet

Ausgerechnet im Morgenverkehr blieben auch etliche Trams einfach stehen. Einige Linien fielen komplett, einige teilweise aus. Viele Menschen mussten sich zu Fuss auf den Weg zur Arbeit machen oder auf Busse und die S-Bahn ausweichen. Weil die Züge der SBB durch ein eigenes Netz versorgt werden, verkehrten diese ohne Probleme.

Die Geschäfte im HB lagen jedoch während rund einer halben Stunde im Dunkeln. Billettautomaten, Anzeigetafeln und Rolltreppen streikten, und auch die Durchsagen funktionierten nicht.

Der Stromausfall beschäftigte auch die Stadtpolizei. So gingen zahlreiche Einbruchalarme los, wie ein Sprecher sagte. Es seien jedoch alles Fehlalarme gewesen. Weil auch Lichtsignalanlagen ausgefallen waren, musste auf einigen Kreuzungen der Verkehr von Polizisten geregelt werden.

Um das Netz nach dem Ausfall nicht zu überlasten, wurde der Strom nach und nach strassenweise wieder zugeschaltet. Um 11.35 Uhr war die Störung behoben. Einen grösseren Stromausfall auf Zürcher Stadtgebiet gibt es etwa einmal im Jahr, wie eine ewz-Sprecherin sagte.

Informationen und Bilder auf Twitter

Die meisten Informationen zum Stromausfall erhielt man am Mittwochmorgen auf Twitter. Denn während viele Informationsdienste (etwa die Medienstelle der SBB) und Redaktionen (beispielsweise Tele Züri) im betroffenen Gebiet lagen und selber keinen Strom hatten, wurde fleissig getwittert.

So etwa aus zahlreichen Büros in der Stadt Zürich:

Dunkelheit auch am HB:

Die neue Anzeigetafel funktionierte nicht:

Pünktlich zum Start der Übertragung der Bundesratswahlen lief auch bei Tele Züri gar nichts mehr:

Die Migros-Filiale am Limmatplatz konnte offenbar auf Notstrom zurückgreifen. Gemäss EWZ-Sprecherin Marie Avet ist es die Entscheidung der Kunden, ob und in welchem Rahmen sie auf ein Notstromaggregat zurückgreifen wollen.

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