Pop into Berlin

«Teils sehr schräg, aber 100 Prozent Berlin»

In einem Aktionsraum soll den Zürchern und Zürcherinnen das Berliner Lebensgefühl vermittelt werden – mit Musik, Performances und kreativen Geschenkideen.

Wie in Berlin: Das schräge aber originelle Konzept des Shops kommt nach Zürich.

Wie in Berlin: Das schräge aber originelle Konzept des Shops kommt nach Zürich. Bild: zvg

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Pop into Berlin» kommt für zwei Wochen nach Zürich. Was muss man sich darunter vorstellen?
Christian Tänzler*: Bei diesem Konzept handelt es sich um etwas Besonderes. Wir haben es im vergangenen Jahr bereits in Stockholm, London, Wien, Amsterdam und Paris ausprobiert und jetzt ausgeweitet: Eine Woche lang zeigen wir in einem Store zwanzig Marken aus Berlin. Es sind ganz unterschiedliche Produkte von Popcorn über Tee, Fairtrade-Socken, die Ampelmann-Kollektion, Parfum und verschiedene Modelabels – aber absichtlich keine grossen Marken, sondern grösstenteils neue, sehr individuelle Produkte «Made in Berlin».

Zahlen die Marken für diesen Auftritt?
Nein, die Firmen zahlen nichts für Logistik, Präsentation im Shop oder Kommunikation, da wir junge Unternehmen mit kreativen Ideen unterstützenwollen. Es geht insgesamt auch eher darum darzustellen, was Berlin alles für seine Gäste bietet und weniger ums Verkaufen. Sicher versprechen wir uns in der Vorweihnachtszeit auch Umsatz, denn es sind tolle Sachen dabei, die man auf den Gabentisch legen kann und es gibt jeden Tag Promo- und Rabattaktionen.

Was ist dann die Intention, geht es um Wirtschaftsförderung?
Es geht mehr um das Image, um das grosse Bild von Berlin, eher touristisch. Deshalb versuchen wir, ein Stück Berlin-Atmosphäre nach Zürich zu bringen. Der temporäre Pop up-Gedanke passt zu Berlin, denn es ist eine Stadt, die sich sehr schnell wandelt. Die Produkte müssen alle eine Berliner Geschichte dahinter haben; wir haben das extra so kuratiert. Upcycling passt zum Beispiel sehr gut zu Berlin. Die Firma Paprcut macht Portemonnaies und Taschen aus speziellem reissfesten und wasserresistenten Papier, ausserdem gibt es Schalen aus Metall, die man als flache Basis bekommt und mit den Händen in seinem eigenen Design ausformt.

Es überrascht, dass die Schweiz 2016 noch nicht auf ihrer Tournee vorkam, dabei sind die Zürcher doch Berlin-Fans.
Das hatte logistische Gründe. Es war aber von Anfang an klar, dass wir in die Schweiz kommen, die Schweizer sind unsere Traumgäste, sie sind sehr kulturinteressiert und ganz treue Berlin-Besucher.Was suchen die Schweizer in Berlin?

Kultur im weitesten Sinne, von den acht Sinfonieorchestern bis hin zur Avantgarde. Sie kommen aber auch, weil Berlin so eine offene Atmosphäre hat, ein besonderes Lebensgefühl. Dazu kommt diese Mischung mit der einmaligen Geschichte. Berlin hat immer noch viele Freiflächen, die zu gestalten sind – die Stadt ist ja noch nicht fertig. Da ist Platz für alle, Platz für kreative Ideen, eben eine Stadt der Freiheit.

Auch das Nachtleben gehört dazu.
Deshalb wird der Raum, eine ehemalige Boutique am Rüdenplatz, in der zweiten Woche zum Club. Der Eintritt ist frei und die Drinks gibt´s zum Selbstkostenpreis. Es darf bis 24 Uhr gefeiert werden. Wir werden verschiedene DJs haben, aber auch Performances, bei denen die Zuschauer mit einbezogen werden. Künstlerisch bewegt es sich eher im Bereich von Musik, Videos, Installationen, aber kein Mainstream. Es geht auch immer ums Netzwerken vor Ort, dementsprechend sind auch Künstler aus Zürich herzlich willkommen, spontan vorbei zu kommen.

Das klingt nach einer Veranstaltung für die Zielgruppe 20 bis 49.
Nein, nicht nur. Unsere Besucher sind erfahrungsgemäss aus allen Altersklassen. In der zweiten Woche geht es ja auch um Architektur, Stadtentwicklung, Mode. Die renommierte Berlinische Galerie zeigt eine Kunstperformance. Am Eröffnungsabend tritt Pastor Leumund mit seiner sprachgewaltigen Rezitation «Confessions» auf. Die Architektengruppe Raumlabor gestaltet den Raum sehr kreativ um, mit Materialien aus der Umgebung, ebenfalls nach einem Upcycling-Konzept. Zudem bringen wir den Kopf des weltberühmten Tyrannosaurus Rex Tristan Otto aus dem Museum für Naturkunde mit. Und die kleinste Disco der Welt, eine ehemalige Telefonzelle, ist dabei.

Kündigt sich da eine jährliche Berlin-Messe an?
Nein, überhaupt nicht. Das wird es so in dem Kontext nicht mehr wieder geben, das ist einmalig! Es ist eine Aktionswoche. Und wir sorgen auch mit mobilen Promotoren in der Stadt dafür, dass der Hype noch grösser wird. Es wird teilweise sehr schräg, aber 100 Prozent Berlin.

(Der Landbote)

Erstellt: 02.12.2016, 16:07 Uhr

* Christian Tänzler ist Pressesprecher von «Visit Berlin», dem offiziellen Tourismuspromoter der deutschen Hauptstadt.
Pop into Berlin, 5. bis 17. Dezember, Schoffelgasse 2 – 4, am Rüdenplatz. #popintoberlin, tägliche Updates bei Facebook.

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