Wädenswil

Tierschützer demonstrieren in Wädenswil

Die Demonstration gegen Tierversuche fand nur auf dem Seeplatz statt. Laut den Organisatoren waren zuviele Personen anwesend, um vor den Sitz von Inthera zu ziehen.

Von 12.30 Uhr bis 13.30 Uhr demonstrieren auf dem Wädenswiler Seeplatz rund 70 Tierschützer gegen die Pharma-Firma Inthera.
Video: David Gonzalez

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Es ist gespenstisch still auf dem Seeplatz. Nur die vorbeifahrenden Züge oder das gelegentliche Bellen eines Hundes sind zu hören. Statt laute Parolen zu rufen, halten die handgezählten rund 70 Demonstrantinnen und Demonstranten eine stille Mahnwache ab. Die Organisation Animal Rights Switzerland, die hinter der Demo steht, schätzt, dass sogar mehr als 100 Leute anwesend sind.

Die Bilder zählen – Plakate mit Aufschriften gegen Tierversuche und Fotos leidender Hunde. Die Botschaft ist deutlich: Tierversuche müssen gestoppt werden. Die Demo ist bunt gemischt. Junge und Ältere, ganze Familien sind zu sehen. Alle sind sie vereint in ihrem Ärger über Tierversuche und die Wädenswiler Firma Inthera. Passenderweise haben einige ihre Hunde mitgebracht. Denn schliesslich waren es die Bilder von Hunden, die für Tierversuche herhalten mussten, welche die Öffentlichkeit aufrüttelten. Auch Inthera arbeitete mit dem kritisierten deutschen Labor zusammen.

Keine Parolen, keine Gewalt

Geplant war, die Mahnwache vor dem Sitz der Firma bei der ZHAW abzuhalten. Doch überraschend verkündet Pablo Labhardt, Geschäftsleiter von Animal Rights Switzerland, dass es eine Platzdemo geben wird. Die Stadt Wädenswil habe nur 50 Personen erlaubt, an die Einsiedlerstrasse zu ziehen. Aus organisatorischen Gründen ziehe man es vor, auf dem Seeplatz zu bleiben. Entscheidend dürfte wohl sein, dass so viele Leute die Strasse vor dem Gebäude blockiert hätten, egal ob es 70 oder 100 waren.

Probleme wollen die Organisatoren aber nicht machen. Labhardt mahnt eindringlich, keine Parolen zu rufen, keine Gewalt anzuwenden und sich nicht zu vermummen. Mit zwei Reden sollen die Ziele der Demonstration klargemacht werden. Silvia Frey, Co-Stiftungsratspräsidentin von Animalfree Research, fordert, dass Tierversuche gestoppt werden. Alternativen sollen gefördert werden, sagt Frey, die auch bei der Wädenswiler Organisation Oceancare arbeitet.

Pablo Labhardt richtet sich direkt an die Partner der Inthera. Dass die ZHAW den Vertrag aufgelöst hat,sei ein erster Schritt. Doch die Hochschule soll, ebenso wie die Gründerorganisation Grow, generell gegen Tierversuche einstehen. «Fordern Sie Unternehmen, die auf Tierversuche verzichten», fordert Labhardt. Eine Botschaft hat er auch für den Stadtpräsidenten Philipp Kutter (CVP): «Wädenswil liegt Ihnen am Herzen. Sorgen Sie dafür, dass es nicht zum Synonym für Tierquälerei wird.»

Der Stadtpräsident ist selber nicht vor Ort. Sicherheitsvorsteher Jonas Erni (SP) hat die Demonstration aber beobachtet. Bei Labhardts Rede ist er allerdings schon nicht mehr anwesend. Die Polizei wäre im Hintergrund bereit gestanden, wenn die Tierschützer losgezogen wären. Doch heute bleibt ihr Arbeitstag ruhig.

Tausende Unterschriften

Nach gut einer Stunde erklärt Pablo Labhardt, dass die Demo beendet sei. Er ist zufrieden. Trotz wenig Zeit für die Mobilisierung seien viele Leute gekommen. Auch auf dem Seeplatz habe man ein Zeichen setzen können. Ein weiteres Ziel von Animal Rights Switzerland wurde am Mittag erreicht. Eine Online-Petition, mit der Inthera von Tierversuchen abgehalten werden soll, hat am Nachmittag schon über 10000 Unterschriften vereinigt.

Erstellt: 18.10.2019, 13:02 Uhr

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