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Umsatz- und Bestellungsrückgang beim Maschinenbauer Rieter

Der Umsatz des Winterthurer Industriekonzerns Rieter sank im letzten Jahr um 10 Prozent. Der Bestelleingang brach gar um 30 Prozent ein.

Rieter hat bereits letztes Jahr angekündigt, 200 Arbeitsplätze in Winterthur zu streichen.
Rieter hat bereits letztes Jahr angekündigt, 200 Arbeitsplätze in Winterthur zu streichen.
Marc Dahinden

Ein anziehendes zweites Halbjahr hat beim Industriekonzern Rieter den Umsatz- und Bestellungsrückgang nicht auswetzen können. Der Umsatz sank um 10 Prozent auf 1,04 Milliarden Franken. Der Bestellungseingang brach um 30 Prozent auf 801,6 Millionen Franken ein.

Dabei nahm der Bestellungseingang im zweiten Halbjahr um 6 Prozent zu, wie Rieter heute Freitag mitteilte. Der Bestellungsbestand lag Ende Jahr auf rund 470 Millionen Franken.

Insgesamt war das Jahr nach Rieter-Angaben einerseits geprägt von einem positiven Trend bei den dem Kauf nachgelagerten Dienstleistungen und den Komponenten. Andererseits verzeichnete der Konzern eine zyklusbedingte Investitionszurückhaltung im Maschinen- und Systemgeschäft.

Einbruch bei Neumaschinen-Nachfrage

Das schlug sich im Bestellungseingang in den drei Divisionen nieder. Das Komponentengeschäft steigerte die Bestellungen um 26 Prozent auf 217,7 Millionen Franken, wobei die Nachfrage besonders im zweiten Halbjahr stark war.

Der Service nach dem Kauf verzeichnete dagegen beim Bestellungseingang einen Rückgang um 10 Prozent auf 126,3 Millionen Franken. Als Grund nennt Rieter die tieferen Bestellungen bei den Neumaschinen. Bei den Textilmaschinen und Systemen lag der Bestellungseingang mit 457,6 Millionen Franken sogar 45 Prozent unter dem Vorjahresstand.

Beim Umsatz legte das Servicegeschäft um 10 Prozent auf 139,8 Millionen Franken zu. Auch der Komponentenverkauf stieg um 13 Prozent auf 194,7 Millionen Franken. Maschinen und Systeme als wichtigste Division mussten dagegen einen Rückgang um 18 Prozent auf 702,3 Millionen Franken hinnehmen.

Stellenabbau in Winterthur

Dabei ist der Einfluss des plötzlichen Erstarkens des Frankens nach der Freigabe des Euro-Mindestkurses im vergangenen Januar auf das Ergebnis des exportabhängigen Maschinenbauers offensichtlich.

Bereits Ende Oktober teilte Rieter mit, dass am Standort Winterthur über 200 Stellen abgebaut werden sollen. «Der starke Franken ist mit ein Grund für den Stellenabbau», sagt Rieter-Sprecherin Cornelia Schreier auf Anfrage. Ziel sei, die Kosten in Schweizer Franken zu senken.

Ende September 2015 beschäftigte Rieter in Winterthur 855 Mitarbeitende. Vor Ort verschwinden 150 Stellen und die Zahl der temporären Mitarbeitenden wird um 59 verringert. Das entsprechende Konsultationsverfahren sei Mitte November abgeschlossen worden, sagt Schreier.

Bis Ende 2016 will Rieter einen Hauptteil des Abbaus über die Bühne gebracht haben. «Es ist uns wichtig, möglichst wenige Mitarbeiter entlassen zu müssen», sagt Schreier. Deshalb setze man auf die normale Fluktuation und könne nicht genau abschätzen, wann der Abbau abgeschlossen werden könne.

Details dazu will Rieter an der Bilanzkonferenz am 15. März bekannt geben. Das Unternehmen erwartet für das Geschäftsjahr 2015 eine EBIT-Marge von 7 Prozent und einen Konzerngewinn von 4,8 Prozent des Umsatzes.

SDA/anb

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