Zürich

Untersuchungen zum Zürcher ÖV-Chaos laufen auf Hochtouren

Einen Tag nach dem absichtlich gelegten Brand in Zürich-Nord, der ein grosses Chaos im Zürcher ÖV ausgelöst hat, gibt es noch keine Hinweise auf eine mögliche Täterschaft.

Hinweise auf eine mögliche Täterschaft gibt es noch nicht - aber die Ermittlungen laufen heiss: Brand in Zürich-Nord von gestern Dienstag.

Hinweise auf eine mögliche Täterschaft gibt es noch nicht - aber die Ermittlungen laufen heiss: Brand in Zürich-Nord von gestern Dienstag. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Staatsanwaltschaft hüllt sich in Schweigen. Derweil zeigt sich die SBB überzeugt, die Ausnahmesituation gut gemeistert zu haben.

Ob man inzwischen von einem gezielten Sabotageakt sprechen kann oder ob es Hinweise zum Täter gibt, sagt die Zürcher Staatsanwaltschaft nicht. «Derzeit können aus Rücksicht auf die umfassenden Ermittlungen keine Auskünfte zur Untersuchung gemacht werden», teilte sie am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mit.

SBB-Mediensprecher Reto Schärli ist derweil überzeugt, dass die «Extremsituation an einer neuralgischen Stelle» grundsätzlich gut gemeistert wurde. «Klar ist aber auch, dass am frühen Morgen nicht genügend Busse und Trams zur Verfügung standen. Deshalb kam es zu langen Wartezeiten und engen Platzverhältnissen in den Fahrzeugen. Wir haben Verständnis für den Ärger.»

Das Ganze ist aber auch ein logistisches Problem. «Es gibt nicht so viele Fahrzeuge und Chauffeure, die kurzfristig zusätzlich eingesetzt werden können», sagte Schärli. Die SBB habe aber viel Unterstützung bekommen. So wurde beispielsweise der Fahrplan der Tramlinie 10 zum Flughafen Zürich verdichtet und damit die Kapazität erhöht.

Shuttle-Zug hat funktioniert

Auch das Konzept des Shuttle-Zugs, der zwischen Winterthur und dem Flughafen im 30-Minuten-Takt fuhr, habe funktioniert - auch wenn dies mehr Reisezeit bedeutete. Ein Lob spricht der SBB-Sprecher den Kundenlenkern aus, die mit ihren gelben Westen an den Bahnhöfen Präsenz markierten. «Sie erhielten viele positive Reaktionen. Die Leute haben gemerkt, dass die SBB alles gibt, um das Problem zu lösen.»

Neben all den positiven Reaktionen gab es aber auch Reklamationen von verärgerten Pendlern - im Verhältnis zu den Betroffenen jedoch wenige. Laut Schärli gingen beim Kundendienst insgesamt nur wenige Dutzend Reaktionen ein. Eine Entschädigung für die Betroffenen sei gemäss dem SBB-Fahrgastrecht nicht vorgesehen.

Strecken waren stundenlang unterbrochen

Der absichtlich gelegte Brand in einem Kabelschacht hat am Dienstag den ÖV im Grossraum Zürich massiv beeinträchtigt. Die Strecke zwischen Oerlikon und Glattbrugg, die weiter nach Schaffhausen führt, und die Strecke zwischen Oerlikon und Flughafen waren stundenlang unterbrochen. Zahlreiche Verbindungen fielen aus oder mussten umgeleitet werden.

Zehntausende Pendler und Reisende waren von der Störung betroffen. Die Kosten für die Reparatur sowie die Zugsausfälle dürften gemäss Stadtpolizei Zürich insgesamt mehrere 100'000 Franken betragen. Der Verkehr auf den betroffenen Strecken normalisierte sich erst am spätens Abend. (mcp/sda)

Erstellt: 08.06.2016, 12:32 Uhr

Artikel zum Thema

Brandsatz stiftet Chaos im Grossraum Zürich

Zürich Im Grossraum Zürich ist es am Dienstagmorgen zu Zugausfällen und Verspätungen gekommen. Grund war ein absichtlich gelegtes Feuer in Gleisnähe. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles