Meilen

Super Retter für Super-Connie gesucht

Das Schicksal des viermotorigen Propeller-Flugzeugs der Super Constellation Flyer Associaton scheint besiegelt. Das Geld für neue Flügel des Oldtimer-Flugzeugs vom Zürichsee kann nicht aufgetrieben werden. Nun braucht es einen ganz grossen Gönner.

Die Super Constellation ist wohl endgültig gegroundet - oder taucht doch noch ein Retter in der Not auf?

Die Super Constellation ist wohl endgültig gegroundet - oder taucht doch noch ein Retter in der Not auf? Bild: Annalina Dietz-Saluz

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20 Millionen Franken sind zuviel. Soviel Geld kann der Verein Super Constellation Flyers Association, der vor allem in der Region Zürichsee viele Mitglieder und Gönner besitzt, nicht mehr auftreiben. Das hat der Vorstand am Sonntagabend bekanntgegeben:. «Die Super Constellation Flyers Association wird aufgelöst.» Nach 15 Jahren erfährt das grösste Abenteuer von Flugzeug-Enthusiasten in der Schweiz ein abruptes Ende.

Seit zwei Jahren stand das «schönste Flugzeug der Geschichte», wie der grösste Airliner der Propeller-Ära mit vier Motoren und markantem dreiteiligen Heckruder genannt wurde, bereits im Hangar wegen Reparaturen. Fast 2 Millionen Franken kostete die Instandsetzung des 1955 gebauten Fliegers, was enormen Einsatz des Vorstands bedurfte. Kurz vor dem Comeback am Himmel entdeckten die Techniker im Dezember aber neue Defekte in den Flügeln. Das durch den Absturz der noch älteren Ju 52 in Graubünden im August mit 20 Todesopfern aufgeschreckte Bundesamt für Zivilluftfahrt stellte daraufhin kompromisslose Bedingungen: Nur mit einer vollständigen Sanierung dürfe die Super Connie wieder fliegen.

«Hoffnung nicht erfüllt»

Der Vorstand der SCFA stellte daraufhin am 2. Februar die Mitglieder an einer ausserordentlichen Versammlung vor die Entscheidung: Entweder weitermachen und die budgetierten 15 bis 20 Millionen Franken auftreiben oder das Flugzeug aufgeben. Die Versammlung sprach sich für die Sanierung aus. Allerdings setzte sich der Vorstand selbst ein Limit: Nur wenn es gelänge, vor dem ersten Handgriff die gesamte Finanzierung der auf rund vier Jahre veranschlagten Reparaturarbeiten zu garantieren, würde das Projekt fortgesetzt.

«Die Hoffnung hat sich nicht erfüllt», schreibt nun Präsident Hans Breitenmoser an die Mitglieder. «Der SCFA-Vorstand musste an seiner Sitzung vom 23. April mit grossem Bedauern zur Kenntnis nehmen, dass die für die Sanierung unseres Vereinsfliegers nötigen 20 Millionen Franken per Stichtag 20. April nicht garantiert wurden.»

Liquidator übernimmt

Damit gilt der Auflösungsbeschluss, wie er an der Mitgliederversammlung vor drei Monaten gefällt wurde. Der damals gewählte Liquidator wird nun seine Arbeit aufnehmen. Das müsse nicht unbedingt das Ende der Super Constellation bedeuten, allerdings übergibt die SCFA das Flugzeug in jedem Fall in andere Hände. Breitenmoser schreibt, dass die Zukunft des Oldtimers erst in den nächsten Wochen und Monaten entschieden werde «Der Vorstand wird alles Mögliche unternehmen, um unsere ‹Star of Switzerland› auch in Zukunft allen Aviatikfreunden und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.» Das heisst, dass nur noch ein grosser Geldgeber das Flugzeug vor dem ewigen Grounding oder gar Verschrotten retten kann.

Erstellt: 28.04.2019, 21:57 Uhr

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